nicht leicht zu entscheiden, 'da uns hier die Sinne verlassen. Wenigstens zeigen stch an den Saugadern die nämlichen Erscheinungen, die man an offenbar muskulösen Canälen, z. B. dem Darmcanal wahr­nimmt. Denn

1) Im lebendigen Menschen angestochen treiben sie mit Nachdruck ihren Saft aus 7 .

2) Leeren sie stch in lebendigen Thieren bey Be­rührung der kalten Lust aus.

Z) Mit Vitriolsäure oder andern Reihen berüh­ret, ziehen sie sich der ganzen Länge nach zusammen.

4) Auch saugen sie nach einer Trennung vom Hirne, selbst noch eine Zeitlang nach dem Tode ein, wenigstens nach untrügbaren Versuchen an Thieren. Doch kommt es freylich hier auch mit auf die Lage

7) Ich habe die seltene Gelegenheit gehabt, an einem Fuß einer sonst gesunden, frischen, mannhaft starken, lebenden Frau, deren Kniegelenk verwuchs, die Saug­adern am Fußrücken äußerst ausgedehnt (varicos) durch die Haut zu erkennen, welche, wenn sie an einem recht hervorragenden Knöllchen angestochen wurden, wie dies durch eine Nadel ohne allen Schmerz geschah, anfangs mit einem kleinen Sprung den Saft austrieben, welcher aber bald darauf blos an dem Fuße herablief, wie daS auch bey Blutlassen durch die Venen zu geschehen pflegt. Nach einigen Stunden stillte sich das Auslaufen von selbst, wenn man nicht mit einem Druck unterhalb der Oeffnung zuvorkam, zum Beweise, daß die Lymphe nicht, wie bey einer Wassergeschwulst, von oben herab aus- sieckerte.