Verrichtung der Saugadern.

§ 2Y-

Die Saugadern saugen als lebendige Canale ein. Man verglich daher ihre Anfänge mit den Saugrüs- selchen kleiner Thiere, z. B. mit dem Munde eines Blutigels, oder mit dem Maule einer Raupe, oder mit dem Säugrüssel einer Fliege, aus dem ein Tröpf­chen quillt, wenn sie Zucker frißt. Sie wirken selbst noch eine Zeitlang nach dem Tode fort, wie man am geschlachteten Viehe, das man kurz vor dem Tode mit Milch fütterte, sehr leicht sehen kann.

§. 3 °.

An einigen Stellen saugen die Saugadern vielt leicht als Haarröhrchen ein, wenigstens bemerkt man, daß sie sich bisweilen lange nach dem Tode noch an­füllen 2 .

Indessen ist doch ein Unterschied: Haarröhrchen

2) BeyThieren ist dies gewiß; so bemerkte ich ganz deutlich bey dem Auswaschen der Darme eines schon ein Paar Tage todten Seehundes, daß sich die Saugadern sehr . leicht mit der in den Därmen enthaltenen verdünnten schwärzlichen Masse füllten. Allein davon laßt sich noch nicht auf unfern Körper schließen, bis der Versuch auch an einem menschlichen Leichnam gelingt. Eben dieses Seehundes Saugadern der Därme füllten sich auch, meh­rere Zoll lang, mit der Cinnobermasse, womit ich die Arterien des Darmes anfüllte.