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Physiolo gie des Pulses.
Ursachen des Pulses.
§. 76.
Im lebendigen Körper sind diese Arterien beständig mit dem aus dem Herzen gepreßten Blute angefüllt; doch in einem Augenblicke strotzender, als im andern, wenn nämlich 2) die Arterien dem durch die Kraft des Herzens wellenförmig eingetriebenen und auf ihre Wände einen Druck äußernden Blute nachgeben, werden sie b) über den Mittlern Durchmesser offenbar und sichtlich der Länge 8 und der Queere nach ausgedehnt; wenn aber im nächstenZeiträumchen dieKraft des Herzens wieder nachläßt, so zieht sie sich c) sowohl der Länge als noch merklicher der Queere nach, theilS durch ihre Schnellkraft, theils ä) durch die ihr eigene Lebenskraft zusammen, wird unter dem Mittlern Durchmesser verkleinert, und treibt also auch etwas mehr Blut, als sie über den Mittlern Durchmesser erhielt, weiter; darauf wird sie wieder erschlafft, und macht einer neuen Blutwelle Platz.
Diese in großen Arterien fühlbaren und bisweilen sichtbaren Veränderungen der Arterien, wobey sie sich an Stellen, wo sie locker liegen, auch wohl zugleich verschieben, besonders wenn sie sich nicht leicht ausdeh-
8) Daher ragt bisweilen eine Arterie während der Zusam« nrenziehung des Herzens aus einer Wunde hervor.