Wird ein Nerve gequetscht, so wird er an der Stelle braunroth, gleichsam durchsichtig, und scheint setwas geschwollen 2 .
In Menschen, die am Typhus sterben, sieht man die Nerven sehr blutig 5 .
Die Behauptung, daß es besser scheine, im Men- chen einen Nerven ganz, als nur halb, zu durchschnei- den, oder als ihn blos anzustechen, ist wohl ein Trugschluß. Denn bey allen Verletzungen, bey allen chirurgischen Operationen, werden ja manche Nerven, stamme nur zum Theil angeschnitten, ohne besondere Zufälle zu erregen 4 .
§. 141*
Doch scheinen die Nerven, nur die weichen, Riech-, Seh- und Hörnerven ausgenommen, oft länger, als andere Theile, z. B. Muskeln, der Verderbniß zu widerstehen. Man sieht sie bisweilen ringsum mit Eiter umgeben, und doch nicht verdorben *.
2) So fand ich wenigstens die Nerven am Arme und Fuße eines langsam lebendig Geräderten, den wir H. Leve- ling schickte.
3) Reil Exercit. anat. Cap. 5.
4) Ausführlicher hat das I o h. A b e r n e tt y in seinen vor-
trestichen Surgical and Physiological Observations. London 179?. dargethan. H. Arnemanns frühere Versuche an Thieren stimmen vollkommen damit überein.
5) Chambon Observationes clinicae Observatio 82.
Die Nerven scheinen vom Brande schwerer, als andere Theile, angegriffen zu werden.