Vor; dafs beständig die -gröfste Tempera frir- Erhöhung am'Destillations-Apparate auf der-! jenigeii Seite sich'zeigt* auf welcher der schwächere wasserreichere Weingeist sich befindet; also beym Alcohol auf" der Seite der Vorlage, beym Branntwein auf der Seite des Bauchs der Retorte. Vielleicht: beruhen diese Erscheinungen darauf, dafs die wafsrigen Dämpfe eine gröfsere Capacität für Wärme haben als die Alcohol ~ Dämpfe ; und also die gröfsle Erhitzung an der Stelle entstehen mufs, wo sich vorzugsweise die mehr wafsrigen Dämpfe nie- derschlagen.
Unerwartet' dürfte es freÿl ich Manchem scheinenj dafs Alcohol, der schon specifiscli leichter geweSeir war,- närnliclr'iöo grädig w J ar, gerade anfangs oder in der ersten Portion um einige Gradte von io 5 aufüöö oder um drey volle Grade, ohne irgend eine Zuthat, durch sich selbst wieder zuriicksinkf und specifiscli schwerer wird, um sich neuerdings am Ende wieder zu erheben.
Der allenfalsigen Einwendung, welche ich mir selbst schon gemacht halte, nämlich ob nicht etwa irgend ein in der Retorte oder in der Vorlage unbemerkt vorhanden gewesenes Phlfeghia feu der 1 ersten Portion des Destillats hinzngékommen seyn, und die Schwächung'- bewirkt, habeh könnte, müfs ich durch die Versicherung begegnen, dafs-dieses um so weniger der Fall gewesen séy, weil ich eine Retorte gebrauchte, welche nicht nur ganz vollkommen trocken war, sondern welche auch bereits zu der bis zur gänzlichen Trockenheit getriebenen Destillation von 102 grädigem Alcohol gedient hatte, und geselzt sogar, ein solches in der Vorlage unbemerkt vorhanden gewesenes Phlegma hätte die erste Portion des Destillats geschwächt, so konnte doch solches auf die nachfolgenden Portionen des übergèheudete WeingéisteS keinen Einflufs haben, so wie ein in der Retorte vorhandenes Phlèghftf gerade umgekehrt sxt li in der letzten Portion am deutlichsten hätte zeigen müssen.
°Des nt ^feiiialisebren Boerh aa v e’s *) treffliche Betrachtungen über den Alcohol verdienen als 'unvergleichliche, an Klarheit und Gründlichkeit unübertroffene Muster um so mehr studirt zü werden, als J. Macculloch **) noch im Jahre 1816 sehr richtig bemerkte:
It is presuming much too far on our Chemical knowledge to imagine that we are acqnàîYitèd with the nature of alcohol
und dafs man sich vergeblich-bemühte, den Alcohol durch andere chemische Processe, als die DestillàtiotffŸôri dëm ; Weingeiste zu scheiden 44
H'rii. MitschéiTieh’s mir gefälligst mündlich mitgelheilte Nachricht» dafs sowohl ßerze 1 in s, ’ als Gay Lussac, welcher sich dermalen ganz besonders mit der Unter- suchurig des Alcöhols' beschäftigt, die Resultate meineiyVersuche bestätigten, lassen mich hofïfen, auéh dürèh did gegenwärtige, neueste Wahrnehmung keinen unbedeutenden Bey- trag zur näheren Kennthifs der Eigenschaften dès Alcohols, dieses den Naturforschern ins- besèndére den-AnaJom'en und AèrZten gleich wichtigen Kunst-Erzeugnisses, geliefert zu haben.
1 Schlififslicli kann ich nicht umhin,- diejenigen', Welchen' diese- neue -Entdeckung etwa als unwahrscheinlich öder- gär unglaublich äuffällen sollte, freundlichst zu ersuchen ;' nur eitlen allereinzigen der hier vorgetragenen Versuche mit Alcohol, wirklich practisch zu wiederholen, bevor sie mich, blos ex bypothesi, dafs es nicht so seyn könnte, weil diese Erscheinung allen bis jetzt bekannten Erscheinungen geradezu zu widersprechen scheine, übereilterweise eines Versehens beschuldigen.
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_ *>) Eiern en ta Ghe/ipae* Lu g fluni Batavorum 1752.
**) Reinarks on the Art o£ making Wine. London igiö. pag, 143.