" ^-A\ i*«ji»Èic-*
2) Sowohl die acht ersten, als die sechs folgenden mithin sänimtliche vierzehn Versuche, beweisen ferner, dafs schwächerer Weingeist verhältnifsmäfsig, schneller sich erhöhen oder leichter sich entwäfsern lafst, als stärkerer, und dafs je alcohölreicher ein Weingeist wird, es um so schwerer hält, ihm den immer kleiner werdenden Rest seines Wassers vollends zu entziehen. Eine Thatsache, welche weniger allgemein bekannt zu seyn scheint.
Man vergleiche hiemit den ldten Paragraph meiner letzten Abhandlung.
Selbst durch mehrere Male wiederholte Destillation bringt man deshalb selten den Weingeist über 92 oder 96'Grad; Denn die Methode, durch Reagentien, welche man wegen ihrer nähern Verwandschaft zum Wasser als zum Alcohol anw'endet, um dem Alcohol Wasser zu entziehen, kommt dermalen nicht in Betrachtung.
Von dieser, bey der Destillation des Weingeistes bisher beobachteten, allgemein bekannten Ordnung, zeigt nun (wohl zu merken) hundertgrädiger Alcohol, bey seiner Destillation, in achtzehn eigenen, deshalb angestellten Versuchen, gewissermassen das Gegentheil, schier eine umgekehrte Ordnung in seiner Gradation, oder Stärkesteigerung, nämlich, dafs er bey fortgesetzter Destillation nicht wie Branntwein oder Weingeist nach und nach schwächer, sondern umgekehrt, nach und nach noch stärker, oder durch sich selbst, ohne eine Zuthat, aufser dem Feuer, geistiger oder feuriger wird.
Eine genügende Erklärung, der Ursache dieser mir nicht bekannt gewesenen unver- xnuthelcn neuen Wahrnehmung habe ich noch nicht gefunden. Iede Belehrung darüber würde mir deshalb höchst willkommen seyn.
Sollte diese Erscheinung etwa mit den, im 20sten und 21 sien Paragraphen meiner folgenden Abhandlung angeführten Beobachtungen, sich in Verbindung bringen lassen?
Dem 20sten Paragraphen nämlich zufolge, beweist sich rasches, feurigeres Destilli- ren zur Alcohol-Bereitung vorzüglicher als langsames, weniger feuriges Destilliren, gleichsam als wenn mit der Länge, der Zeit der ohnehin feurige Alcohol noch mehr Feuerstoff in sich aufnähme oder aneignete 5 und dem^2isten Paragraphen zufolge, erhitzt Alcohol bey seiner Destillation den Hals der Retorte wenig er als den Bauch derselben, da bekanntlich Branntwein bey der Destillation,^ unter gleichen Umständen, gerade umgekehrt den Lfctbj? d der Betörte am meisten, den B aucL derselben weniger erhitzt.
Gleichwie man also bey Vergleichung der Destillation des Branntwein s mit der Destillation des Alcohols, zwischen der Erhitzung des Bauches und des Halses der Retorte, eine auffallende Verschiedenheit, ja gewissermassen umgekehrte Erscheinungen wahrnimmt, eben so nimmt man auch wahr, bey Verglei c hung der De stillation de s Branntweins mit der Destillation des Alcohols / zwischen der successiven Erhöhung des~Destillats eine auffallende Verschiedenheit, ja, gewissermassen umgekehrte Erscheinungen.
Offenbar hält also des Alcohols specifische Schwere mit dessen Flüchtigkeit nicht gleichen Schritt. Ja, man könnte auf die Vermuthung geratJien, dafs Alcohol mit seinem öliger werden, auch wie einige Oele (aufser den geprefsten) zwar specifisch leichter, aber darum nicht auch zugleich flüchtiger, (oder leichter verdampfbar) als Wasser werde.
Nach einer Bemerkung meines Sohnes gellt, aus den beiden hier angeführten Erscheinungen, bey der Destillation des höchst rectificirten Weingeistes oder Alcohols, dafs nämlich beym Uebergehen desselben, erstens der Hals der Retorte sich mehr erhitzt als der Bauch, und zweytens, dafs der zuerst in die Vorlage übergehende Alcohol constant etwas schwächer ist, als der zuletzt übergehende, so wie aus den bekannten gerade entgegengesetzten Erscheinungen bey der Destillation des schwachem Weingeistes oder Branntweins, her-
<