£

8

Obige looUuz. 53 gräd. Weingeist nanllich enthielten 62 Unz. Wasser u. 58 Unz. Alcohol, der Rest von 55 68 ,, j* 12 ,^ 4 » j> >> Vf » ?? »

verflogen waren also 45 Unzen, welche aus 44 f Unzen Wasser und o,§- Unzen Alcohol be­standen. Der verflogene Weingeist war also genau lf Grad stark, folglich fast lauter Wasser.

Das Aufblasen, Säubern und Trocknen einer Blase erleichtert man sich am meisten

durch einen, mit einem Schliefshahne versehenen messingenen, in die Harnröhre eingebun­denen Tubulus, welcher beym Zuberelten der Blasen die grösste Gemächlichkeit gewährt.

Zum nachherigeu öfteren Tüllen, Ausleeren und Verschliessen der Blase dient eine in die Harnröhre oder in den Hals der Blase passende, mit einem Korkslöpsel versehene, kurze, gläserne Röhre, welche theils durch den eigenen Leim der Biasenhäute, theils durch Bind­faden in dem Halse der Blase festhaftet. Die mit dem Korkstöpsel verschlossene Mündung wird jedesmal mit feuchter Kalbsblase überspannt.

Um von Aussen durch die halbdurchsichtige Blase sogleich wahrzunehmen, wenn von dem Weingeiste die bestimmte Quantität verflogen ist, markire mau, z. B. bey der Wahl von yügrädigetn Weingeiste, auswendig auf die Blase mit einem Querstriche die vier Por- 1

tionen desselben, während dem Einfüllen, und man wird nach wenigen Versuchen die Ho­rizontallinie kennen lernen, welche genau deu Abgang eines Viertels, der Hälfte oder zweyer *

Viertel u. s. f. anzeigt. Dafs man ebenfalls durchs Nachwägen der gefüllten Blase ausmit-

teln kann, wenn die bestimmte Quantität Weingeist verdunstet ist, braucht kaum einer Er­wähnung, z. B. den 4 teu Februar 1822 wurden 3 g£ Loth 5 ogrädiger Weingeist in eine Kalbs­blase gethan, welche ungefähr zur Hälfte davon angefüllt war. Fest verbunden wurde sie nahe hinter einen eisernen Ofen gehängt. Den 8ten Februar, also nach 4 Tagen enthielt sie 22 Loth 76grädigen Weingeistes. Demnach waren genau 17! Loth" verflogen und der Rest

(

um 26 Grad stärker.

Zur Förderung der Verdünstung schien es mir vorteilhaft, die Blase nicht ganz an- zufüllen, sondern einen Raum über der Flüssigkeit leer zu lassen.

Gewöhnlich wird zu Anfang der Erwärmung des Weingeistes der lufthaltende oder leer gebliebene Theii der Blase gespannt, bis ein Theil des Weingeistes verdunstet ist.

Durch gehörig zubereitete, unverletzte Blasen spürt man keinen Geruch des Weingei­stes, der über die Hälfte Alcohol enthält (oder über 5 o grädig ist). Auch fühlt sich der durch solchen Weingeist gespannte Theil der Blase nicht feucht an. Ist der Branntwein abe*^ unter Ho Grad, so wird der durch ihn gespannte Theil der Blase etwas erweicht, und fühlt sich wie feucht an.

§. 10.

Befinden sich in dem Weingeiste zufällige Flocken, so läfst sich die Bewegung dersel­ben während der Verdünstung, bey starker Erwärmung, durch die Blase deutlich wahr­nehmen.

1