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§ 7*

Bekanntlich bringt man Weingeist selbst durch mehrmalige Destillation nicht leicht über 92 Grad; sondern um ihn höher zu bringen, ist inan genöthiget, ihm vor der letzten Destillation durch Weinsteinsalz, salzsauren Kalk oder ungelöschten Kalk den Rest des Wassers zu entziehen.

Hiedurch erleidet man nicht nur einen Verlust an der Quantität des Weingeistes, wel­che bey der Nässung in diesen Salzen oder dem Kalke hängen bleibt, sondern auch über- diefs eine Veränderung seines Geruches und Geschmacks, welche bey der neuen Methode nicht mir nicht vermindert, sondern vielmehr concentrirt hervortreten.

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Theils um den mir Nacharbeitenden Zeit, Mühe und Kosten zu ersparen, theils um mir selbst über manche bei dieser Gelegenheit vorgekommene problematische Erscheinungen Belehrung und Aufschlüsse von Männern zu erbitten, welche mich an Einsicht und Erfah­rung übertreffen, kann ich nicht umhin, der Handgriffe zu gedenken, welcher ich mich be­diente.

Eine trockene Rindsblase oder Kalbsblase, wie man sie von Schlächtern kauft, ist, wenn sie eingew r eicht, ausgewaschen, aufgeblasen, von allem Fette, groben Adern und andern unnü­tzen Anhängseln, ja selbst durch Ausspülen oderUmwendung von demSchleime der innernHaut gesäubert, ihre Harnschnur furachus) und beide Harnleiter (ureteres) fest unterbunden und getrocknet worden, zu Entwässerung oder Alcoholisirung des Weingeistes vollkommen geschickt.

Meistens habe ich jedoch die kaum trocken gewordene Kalbsblase mit einer consisten- teu Hausenblasenauflösung nicht nur auswendig ein bis zweymal überstrichen, sondern auch inwendig ausgegossen, um ihr dadurch mehrere Dichtigkeit und Festigkeit zu verschaffen.

Auch Rindsblasen pflege ich wohl, in gleicher Absicht, mit Hausenblasenauflösung aus- Wendig zu überstreichen.

Solche mit Hausenblasen überzogene Kalbs- und Rindsblasen halten merklich besser, als nicht damit bestrichene, den Alcohol zurück, wie mich vergleichende Versuche lehrten. Sie bestätigten also die in meiner ersten Abhandlung Seite 281 angeführte Beobachtung. Selbst durch eine mit Hausblase auswendig zweymal, inwendig einmal, also im Ganzen dreymal überzogene Kalbsblase verflog, unter übrigens gleichen Umständen, binnen sieben Tagen von 85grädigem Weingeiste nicht nur eine Unze weniger, als durch eine gleiche, nur von aussen zweymal überzogene Blase, sondern der Weingeist selbst war auch um ei­nen bis zwey Grad stärker oder höher geworden.

Von '100 Unzen 58grädigem Branntwein verflogen, aus einer hinter einem warmen thö- nernen Ofen gehangenen, mit Hausblase überzogenen Rindsblase, binnen eilf Tagen, 45 Un­zen, und der Rest von 55 Unzen bestand aus 68 grädigem, oder um 5o Grad erhöhtem Weingeist.