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tet! wo bleibt bas Auge? welcher Schmelz vermag biß dem lebenden Auge völlig ähnlich darzustellen? wo bleiben die Aug- braunen, Auglieder, die Haare des Haupts und des Barts? Entlehnte Haare, auf das künstlichste angeleimt, werden den aufmerksamen Naturverstandigen nie trügen können; Nur das flüchtige Auge des Kunstlaien wird sie anstaune«, wie der Oka- heitier die abgenvmmene Perüque des Schiffarztes von Capitain Wallis Gefolge. Wo ist die innere Organisation? Nicht eine Linie breit in die Nasenlöcher, nicht über die Lippen noch das Aeusere des Ohrs vermag die Kunst sie an einem Abguß dar- zustetten.
Bei allen diesen zu ihrem Endzwek schönen und preiß- wördigen Werken der Kunst bleibt daher für den Naturforscher immer einem gut zubereitetev und wohl aufbewahrten natürlichen Körper ein groser Vorzug vor allen Nachbildungen durch Zeichnung, Mahlerep, Wachsabdrucken^und Bildhauerei. Wie schwehr es aber sey, thierische Körper so zu verwahren, daß sie weder von ihrer Form noch Farbe mit der Zeit vieles vermehren, noch der Weingeist allzubald wegdünste, das weiß nur allzugut jeder Zergliederer und Naturforscher.
Zch habe seit io Zähren, als ich eine Sammlung anatomischer Präparate, insbesondere menschlicher Früchte anfieng, diese Erfahrung oft gemacht, bis es mir endlich gelang eine Methode zu erfinden, nach welcher thierische Körper rein und
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