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Iris verwachsene, häutige Staare, wie folgender Fall darthut.

Eine junge Frau, die schon lange an Augen­schwäche litt, hatte, ohne alle bekannte Veran­lassung, und, wie sie behauptet, auch ohne wei­tere Entzündung, eine merkwürdige Cataract auf dem rechten Auge bekommen. Es war ein dich­ter, häutiger, mehr concaver, als convexer Staar, ringsum mit dem eckigen Rande der Iris ver­wachsen , wie die Eintröpflung von Belladonna zeigte; man sah mit der Lupe ein sehr feines, aber dichtes Netz von Gefässen, welche meist von der Iris aus nach dem Gentrum der gelblich weissen Staarhäut hinströmten; nie sah ich dieses Gefässnetz so deutlich und stark auf der Capsel ausgebildet wieder, daher hier gewiss auch eine Entzündung statt gefunden haben muss.

Vier Jahre nach der Entstehung versuchte ich durch die Keratonixis einen Einschnitt zu machen, allein es blieb nur ein kleines Löchelchen, wo­durch die Frau wenig erkennen konnte. Bei einem zweiten Versuche, drei Monate später, konnte dies Löchelchen, gleichsam die künstliche Pupille im Staar, kaum etwas erweitert werden; ich würde

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