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Erste Beobachtung’.
Im Mai 1814 untersuchte ich das linke Auge eines vier und dreißigjährigen Mannes, an dem Herr Melchior, aus Giessen, vor einem halben Jahre den grauen Staar reelinirt hatte. Es folgten keine bedeutenden Zufälle nach der Operation, und der Erfolg war so gut, dass er vom eilften Tage an sein Auge wieder gebrauchen und bald mit Hülfe einer Staarbril’le grossen Druck lesen konnte; er hatte auffallend grosse, hervorstehende, hellblaue Augen, man sah auf den ersten Blick keinen Unterschied zwischen beiden.
Bei näherer Betrachtung des operirten Auges zeigte sich die Pupille desselben bei gleichem Lichtgrade etwas weiter geöffnet, als im andern, doch nicht minder beweglich; die Iris erschien nicht eben, sondern etwas concav; das heisst: nach hinten gleichsam trichterförmig eingesunken, wodurch die vordere Augenkammer grosser wurde und das Auge einen eignen wässrigen Blick, einen Ausdruck von Schaffheit erhielt.
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