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ihres Gleichen nicht finden. Aber neben den vielseitigen und trefflichen Leis­tungen für die Anatomie und Physiologie des Menschen, beschäftigte er sich noch besonders mit vergleichender Anatomie, und wendete seine vorzügliche Aufmerksamkeit auf die Untersuchung und Erklärung thierischer Ueberreste aus der Vorwelt.

So lebte SÖmmerring eine Reihe von Jahren ruhig im Kreise seiner Familie den Wissenschaften, und gönnte sich der thätige Gelehrte bei so vielen Arbei­ten eine Erholung, so ging er auf Reisen, wo er neue interessante Bekanntschaf­ten zu knüpfen Gelegenheit hatte, und was ihm ausser der Aufheiterung auch so manche Belehrung gewährte. Seine Gemahlin hatte ihn mit einem Sohne und einer Tohter beschenkt, an welchen er mit zärtlicher Liebe hing. Ersterer, Ditmar Wilhelm SÖmmerring, geb. 1793, wurde unter Karl Ritters, des be- } rühmten Geographen Leitung in Frankfurt erzogen, studirte 1812-26 in Göttingen, wo er auch den Doctorhut erhielt, zeichnete sich durch seine Dis­sertation de oculorum hominis animalmmque sectione horizontali commenta- tio, etc. Gostt. 1818., vortheilhaft aus, und lebt gegenwärtig als geschätzter Arzt und vorzüglich als bekannter Augenarzt in seiner Vaterstadt Frankfurt am Main.

Als der höchstselige König Maximilian Joseph von Baiern den Entschluss fasste die Academie der Wissenschaften zu München neu zu beleben und ihr eine bedeutende Rolle im Staate anzuweisen, wurde auch SÖmmerring zum Mitwir­ken,zu dieser grossen Absicht nach München berufen, und reiste im Jahr i8o5 dahin ab, wo er sich durch sein rastloses Streben und Wirken des hohen Ver­trauens würdig bewies, womit ihn der König beehrt hatte. Spät und im Alter schon vorgerückt, sehnte sich SÖmmerring nach Ruhe, und kehrte im Jahr 1820 in den Schoos seiner Familie nach Frankfurt zurück, wo er fortwährend thätig sich mit den medicinischen und physikalischen Wissenschaften beschäftigte. Während seines Aufenthalts in München kam er mit Cuvier in nähere literari­sche und freundschaftliche Verbindung, indem er nemiich dessen Meinung, dass der Pterodactylus ein Reptile sey in den Münchner Denkschriften von