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S. Th. V. SOEMMERRING,

1) Der Antlitztheil des Schedels scheint im Verhältnis zum hirnfassenden Theile kürzer, desshalh auch der canalis infraorbitalis verhältnissmässig enger oder kleiner, Tab* I. und II;

9) Die Stirne steigt steiler, oder unter einem grosseren Winkel, gegen den Kamm hinauf;

3) Die Gestalt desselben hat im Ganzen ein eigenes, dem Ursus spelaeus gewissermaassen analoges, colossales An­sehen. Hiermit übereinstimmend sind die Aeusserun- gen Cuviers gerade über diesen nämlichen Schedel, welche ich oben im 1. §. angeführt habe.

Auch nach Goldfuss 5 7) ist der fossile Holen-Hyänen- Schedel dicker, stärker und um einen Zoll länger, als ein Schedel von den noch lebenden Hyänen.

Kurz: diese vorweltliche Byaena fossilis oder spelaea scheint sich von den dermalen lebenden Hyänen - Gattungen auf eine ähnliche Art zu unterscheiden, als der Ursus spelaeus von allen dermalen lebenden Bären - Gattungen sich unter­scheidet. Sonach gehörte auch diese Hyaena spelaea zu einer uns unbekannten, von dem Erdboden verschwundenen Gat­tung.

Substanz desselben.

I n.

Die Substanz dieses Hyänenschedels kommt der Farbe, Consistenz, Verwitterung und dem Ueberzuge mit Stalactit nach, mit derjenigen überein, welche die Knochen in den Muggendorfer und Gailenreuther Holen gemeiniglich haben. Die Farbe ist einem theils blass gelben, theils röthlich gelben

57 ) Nova Acta Naturae Curiosorum, Tom. XI. pag. 457.