i g2 Vier und zwanzigstes Kapitel.

Theile gebildet hatte, so daß sie das Eiter durch Druck belästigen konnte.

Wo man das Gehirn fester und elastischer als ge­wöhnlich fand, da will man öfters Wahnsinn beobach­tet haben. Inzwischen habe ich neulich aus guter Quelle vernommen, daß dieser Zustand bey Wahnsinni­gen nicht gewöhnlich ist, und daß es bey ihnen im Allgemeinen nicht fester und elastischer ist, als bey Men­schen, die nie am Gemüthe gelitten haben.

Die Symptome, die man bey der Bildung von festen oder eingesackten Geschwülsten im Gehirn beob­achtete, sind: anhaltender Schmerz im Kopfe, der ge­wöhnlich sehr heftig ist, bisweilen Irrereden, biswei­len Convulsionen, und bisweilen will man auch die gewöhnlichen Zeichen des Schlagflusses wahrgenommen haben. Noch muß ich hier bemerken, daß, wenn Ge­schwülste von irgend einer Art auf die Sehnervenhügek oder die Sehnerven selbst, innerhalb der Kovfhöhle drucken, gewöhnlich das Gesicht auf verschiedene Weise beeinträchtiget wird; *) und daß, wenn die Geschwülste auf den Hirnknoten oder auf das verlängerte Mark drücken, sehr leicht Convulsionen entstehen.

Da wo sich Wasserblasen in den Seitenhöhlen an- fammelten, ist der Kranke lange Zeit Kopfschmerzen ausgesetzt gewesen, die oft sehr heftig waren, und ge­gen das Ende der Krankheit traten mehrere convulsivr- sche Anfälle hinzu, in deren einem der Kranke blieb. Weder Gesicht noch Gehör litten dabey.

*) Ich kenne einen Fall, wo die Sehenexven an ihrer Ver­einigung von einer Geschwulst, so groß wie eine Stachelbeere gedrückt wurden und doch waren die Pupillen nicht erweitert irnd das Gesicht litt nicht, bis ein oder zwe« Tage vor dem Lode des Kranken. Nur ein sehr heftiger Schmerz im Vor- derkopfe war zugegen.