Krankh. Erscheimrngen an der Harnblase, izr

Luft oder kothige Materie mitunter durch die Harn­röhre abgehcn.

Wenn zwey Sacke eben anfangen sich in der Harn­blase zu bilden, so fühlt der Kranke wahrscheinlich we­nig Beschwerde, weil die Communication zwischen ih­nen noch zur Zeit groß genug ist. Unter solchen Um­standen scheint es kaum möglich, die Natur der Krank­heit im lebenden Körper zu entdecken; wenn aber die Krankheit beträchtliche Fortschritte gemacht hat, und die Communication zwischen beyden Kammern sehr enge geworden ist, so kann man über ihre Gegenwart durch folgende Umstände Gewißheit erhalten, oder wenigstens mit großer Wahrscheinlichkeit darauf schließen. Es wird dann eine beträchtliche begränzte Geschwulst über der SchaaM, in der Gegend der Harnblase statt finden; cs wird viel weniger Urin abgehen als im gesunden Zustande, und die Geschwulst wird dabey nicht merklich kleiner werden; wenn man den Catheter einbrrngt, wird nur wenig Urin ausgeleert werden und die Ge­schwulst über der Schaam wird immer die nämliche bleiben. Gelegenheitlich kann es sich aber, bey einer besonderen Lage des Körpers zutragen, daß der Harn aus dem obern Sacke der Blase in den untern übergeht und dann durch die Harnröhre ausgeleert wird; unter diesen Umständen wird eine viel größere Quantität Urins aögehen, als gewöhnlich, die Geschwulst über der Schaam wird verschwinden und der Kranke wird unmittelbare Erleichterung fühlen , die so lange dauert/ bis sich wieder neuer Harn angesammelt hat.

Die Gegenwart schwammiger Auswüchse auf der inneren Fläche der Harnblase kann man in einigen Fällen während des Lebens mit Wahrscheinlichkeit durch die Einführung des Cathelers erkennen; im All­gemeinen aber können wir uns von der eigentlichen