Krankh. Erscheinungen an der Harnblase. 121
' ' In zwey- Karnmern gecheckte Harnblase.
Bisweilen hak man die Urrnblase in zwey Säcke abgetheilt gesehen,, wovon eine mit der andern in Verbindung stand; aber dieß kommt sehr selten vor. Ich habe selbst keine Gelegenheit gehabt, diese sonderbare Krankheit zu untersuchen, aber Dr. Ask hat mir die Geschichte eines solchen Falls mitgetheilt, den er einige, Jahre zuvor beobachtet hatte. Der obere Sack der Harnblase war in diesem Falle sehr mit Urin ausge- dehnt, -so daß man bey der Untersuchung über den Schaambeinen deutlich eine runde Geschwulst unterscheiden konnte. Brachte man einen Catheter in die Blase, so flössen nur wenige Unzen Harn ab und die Geschwulst über den Schaambeinen blieb nach wie vor. Wenn der Kranke aufftand, so ging bisweilen ein Quart Urin unwillküchrlich ab, die Geschwulst setzte sich sehr zusammen und die Beschwerden waren für den Augenblick gehoben. Nach dem Tode des Kranken fand man die Harnblase durch eine feste häutige Substanz in zwey Sacke getheilt und die Oeffnung, durch welche.beyde in Verbindung standen, fest verwachsen.
Es scheinen mir nur zwey Wege möglich, auf welchen die Theilung der Harnblase in zwey Sacke entstehen kann. Der eine ist ein krankhaftes Wachsthum der inneren Haut, wodurch sich an irgend einem besonder« Theil eine erhabene Falte bildet, die endlich, wenn der Proceß fortdauert, eine mehr oder weniger vollkommene Scheidewand in der Harnblase darstellt. Ich habe die Höhle der Speiseröhre an einer Stelle durch eine bleibende, erhabene Falte an ihrer inneren Haut, sehr verengert gesehen. Etwas Aehnliches der Art habe ich auch an einer Stelle der dünnen Gedärme wahrgenommen. Wir können daher auch die Möglichkeit nicht ablaugnen, daß ein-ähnlicher Proceß an der inneren Haut der Harnblase statt finden könne.