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Neuntes Kcrpitel.

Fiebersymptome zugegen sind. Unter solchen Umstände» vermuthet man gar keine Leberentzündung, bis sich ein Zlbsceß gebildet und seine Fortschritte zu machen be­gonnen hat.

Besondere Symptome, wodurch sich im Leben ent-, decken ließe, daß die Leber mit Knoten versehen ist, kenne ich nicht. Ist jedoch ein Schmerz oder ein unan­genehmes Gefühl in der Lebergegend, mit bleibender gelblicher Hautfarbe, und eine Wasseransammlung in der Bauchhöhle zugegen, so bleibt wenig Zweifel übrig, Daß die Leber knotig ist. Sind die Bauchwände dünn und hat sich nur wenig Wasser angehäuft, so kann man bisweilen, bey aufmerksamer Untersuchung, die Knoten auf der vordem Flache und am vbcrn Rande der Leber Deutlich mir den Fingern fühlen.

Die Zeichen, welche die großen weißen Knoten der Leber begleiten, weiß ich nicht von denen der gewöhn­lichen Knoten zu unterscheiden. Zuweilen kann man sie jedoch, wenn der Kranke mager ist, und die Knoten nahe am obern Rand der Leber befindlich sind, äußer­lich fühlen. Auch scheinen mir die großen weißen Knoten nicht so oft mit Gelbsucht und Wassersucht ver­bunden, als die anderen.

Die Zeichen, welche d-ie anderen Knoten der Leber begleiten, sind mir unbekannt. Wahrscheinlich giebt es davon keine bestimmten. *

Wenn die Leber hart in ihrer Substanz wird, so kann man dieß nicht bestimmt im lebenden Körper ent­decken, die Person müßte denn so mager seyn, daß man die Leber bey der Untersuchung deutlich fühlen konnte. Dieß ist aber oft sehr schwer und in manchen Fällen unmöglich, weil die Leber, wenn sie hart ist, Lewehnlich nicht in ihrem Umfang vergrößert ist, und