Krankh. Erscheinungen an der Leber. $•?
Riß der Leber.
Die Leber ist dem Zerreißen durch äußere Gewalt eben so unterworfen, als jede andere Drüse des Körpers, was wahrscheinlich aus zwey Ursachen entspringt. Die eine ist, daß in mageren Personen die Leber, besonders wenn sie groß ist, naher an der Oberfläche des Körpers liegt, und deßhalb leichter durch eine heftige äußere Gewalt leiden kann. Die andere ist, daß die Leber so gebildet ist, daß sich ihre Theile leichter von einander trennen lassen, als dieß in irgend einem andern Organe der Fall ist. So, wenn man mit dem Daumen oder Finger mir ziemlicher Gewalt gegen die Leber drückt, so giebt die Leber nach, auf die nämliche Art, wie eine faule Birne es thut, obgleich nicht fo leicht. Bey diesem Versuch hängt die Würkung nicht von der Leber, die durch Fäulniß erweicht ist, ab> weil sie in der Leber einer Person unmittelbar nach dem Tode statt findet. Sie hängt von dem besonder» Barr der Leber ab und findet deßhalb eben sowohl beym lebenden, als beym tobten Menschen statt. Wendet man denselben Druck auf einen Muskel oder auf andere Drüsen des Körpers an, so zerreißen sie nicht, sondern erheben sich wieder, sobald der Druck vorüber ist. Wenn sich Risse in der Leber finden, fo rühren sie von einer starken, auf den ober» Theil des Unterleibes würkenden Gewalt her, zum Beyspiel, von einem Wagenrad , das über diesen Theil des Leibes ging. Die Schmerzen von einer solchen Verletzung sind geringe, welches beweist, daß die Leber keine große Empfindlichkeit besitzt. Menschen, denen ein solcher Unfall begegnete, ward ihr Leben noch mehre Tage lang ge« fristet.
S. 137. Z. 2i. — Sacks,
196) j ^aill. Engrar. Fase. 5. Plate ty.