Kränkt. Erscheinungen in der Höhle d. Brust. 23
Brust bemerken. Ist diese Voraussetzung richtig, so kann man auch annehmen, daß gerinnbare Lymphe aus der Oberfläche des Brustfells aueschwitzen und sich Verwachsungen ohne Entzündung bilden können; der letztere Schluß ist jedoch nicht so wahrscheinlich, als der erstere.
Wenn die Verwachsungen in der Brust lang sind, so daß sie die freye Bewegung der Lungen nicht hindern, so wird dadurch die Respiration nicht merklich gestört. Wenn sie aber kurz sind, so daß die Lungen dicht mit den Wanden der Brust zusammenhangen, und wenn sie sich besonders über die ganze Brust verbreiten, dann ist die Respiration beschwerlich und von Husten begleitet, .Fiebererscheinungen sind aber nicht zugegen.
Das Empyem, nach Entzündung des Brustfells oder der Lungen, kann man mit ziemlicher Gewißheit unterscheiden, und zwar durch folgende Zeichen: wenn Frost hinzugekommen ist, der Schmerz Nachlaße, Husten und beschwerliches Athmen fortdauern, und der Kranke leichter auf der kranken als auf der gesunden Seite liegen kann. Bisweilen zeigt sich eine deutliche Geschwulst an der Seite, wo sich das Eiter angehäuft hat, und wenn man mit den Fingern an die Seite, in welcher das Empyem sich befindet, schlagt, so bemerkt man nicht den hohlen Ton, wie bey gesunden Lungen.'
Das in der Brust angehäufte Wasser kann man hinlänglich durch folgende Zeichen ausmitteln:
Es ist große Beschwerde beym Athmen vorhanden und gewöhnlich kann der Kranke nicht im Bette bleiben, wenn man ihn nicht mit dem Kopf und dem ober» Theil des Körpers mehr oder weniger anftecht legt. Der Schlaf wird durch Erschrecken und durch unangenehme Träume oft unterbrochen; der Urin geht nur