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Zweytes Kapitel.

das ich hier beschreiben will. Die Aorta entspringt in diesem Herzen aus der rechten und die Lungenarterie aus der linken Kammer. Zwischen beyden Gefäßen war keine Communication, ausgenommen durch die ge­ringen Ueberreste. des Ductus arteriosus , der gerade so groß war, um eine Nabenfeder durchzulassen. Das Foramen ovale war etwas mehr verschlossen, als in einem neugebornen Kinde. Das Herz hatte die Größe wie in einem Kinde von zwey Monaten und übrigens nichts Ungewöhnliches in seiner Bildung. In diesem Kinde mußte das rothe Blut immer zwischen den Lungen und der linken Seite des Herzens circulirt haben, aus­genommen das schwarze Blut, was ihm durch die ge­ringe Oeffnung des Foramen ovale beygemischt worden war; und das schwarze Blut mußte immer zwischen der rechten Seite des Herzens und der ganzen Müsse des Körpers circulirt haben, ausgenommen die geringe Quantität von rothem Blute, welche durch die Ueber- refte des vuctus arteriosus in die Aorta gelangte. Das Leben konnte bey einem zwar nur wenig rothen, durch den Körper circulirenden Blut, doch beträchtliche Zeit bestehen. Ich muß es sehr bedauern, daß ich nur wenig von den Lebensumständen des Kindes erfahren konnte. Es hatte ein ungewöhnlich livides Ansehen, was vvn dem geringen Antheil rothen Blutes herkam. Es fühlte sich kalter an, als ein wohlgebildetes, gesun­des Kind. Die Respiration war natürlich. Sollte einmal eine ähnliche Misbildung Vorkommen, so wäre zu wünschen, daß man die Warme der Oberfläche des Körpers und der inneren Theile genau mit dem Ther­mometer untersuchte. Die Warme der inneren Theile könnte man am besten messen, wenn man ein Thermo­meter in das Intestinum rectum brachte. *)

Ebendas. Z. 5. erreichte.

Diese merkwürdige Misbildung, des Herzens wurde mir von Dr, pVilliam Hyde Wollüsten mitgetheilt, der sich in