einen Nerven merklich dünner, als er seyn sollte, weicher an Tortur, und von weniger undurchsichtiger Farbe. Ich erinnere mich , daß dieses besonders der Fall an einem Sehnerven war, in einer an dem einen Auge blinden Person.
Die Nerven sind in ihrer Größe in verschiedenen Personen merklich verschieden; dieses kommt von ihrer ursprünglichen Bildung, stf4 ) ohne irgend einen Verdacht von Krankheit.
Dasselbe sagen auch Ackermann, Billmann, Le- veling, Michaelis, Rougemonk, Wenzel — Man sehe darüber die zrvey gründlichen Abhandlungen von PH. Michaelis; die eine in Große's Magazin für die Naturgeschichte des Menschen, im zwevten Bande, im er- sie« Stück; die andere als eine besondere Schrift: Ueber die Durchkreuzung der Sehnerven. Halle 1750.
Das nämliche bestätigt auch I. G. Walter durch vier eigene Beobachtungen — in den Memoires de l’Academie des Sciences, ä Berlin sür 1788 und -789. — Welche Abhandlung auch 1793. deutsch besonders gedruckt erschienen ist.
Den rechten Sehnerven fand ich durch den Proceffus clinoidens , der statt unterwärts gerichtet zu seyn aufwärts ‘ fleht, vor der Kreuzungsstette so zusammengedrücktdaß diese übrigens wohl gebildete gesunde junge Person endlich an unerträglichen Kopfschmerzen starb.
Ich fand an der Sehnervenkreuzrrng einen sonderbaren Fortsatz, der in Nöthig's angeführter Dissertation auf der vierten Figur abgebildet ist.
Monro fand an der Kreuzungsstelle der Sehnerven eine markige Geschwulst von der Größe eines Hühnereys, welche Blindheit verursacht hatte. — Siehe seine Praeieftiones jnedicae in Theatro Collegii Medicorum Londinenfium. Londini 1776. Seite 27.
Den Ursprung des dritten, vierten und sechsten Hirn nerven fand ich ebenfalls, wenn das Auge aus einer Seite verdorben war, kleiner oder dünner als auf der andern gesunden Seite-
San di fort fand am Ursprung des rechten Hörner ven ein hartes Körperchen hängen, welches Taubheit verursachte. — Siehe seine Oblervationes anatomico pa- thoiogicae, im ersten Buche, im neunten Kapitel, mit einer deutlichen Abbildung.
564) Gerade die nämliche Anmerkung habe ich auch in meiner Nerveulehre, Frankfurt 1791. im §. 172. gemacht.
Doch muß man bey Beurtheilung solcher Körper das Alter, das Geschlecht, und besonders das mehrere oder mindere Fett in Anschlag bringen; jüngere Personen, Frauens-