-58 Vier und zwanzigstes Kapitel.

einer chemischen Untersuchung werden, bis es sich über seine gesunde Proportion so augesammelt bat. daß es eine -Krankheit ausmacht. Wir können deshalb keine verglei­chenden Versuche, zwischen der einen und der andern Flüs­sigkeit anstellen.

Sammelt sich Wasser in den tzirnhbhlen zu einer gros­sen Menge au, so erhalt die Substanz des tzirns, beson­ders an den Seiten und an der ober» Flache, fast das An­sehen eines brevigen Sacks, 5 4 7 ) welcher eine Flüßigkeit enthalt. Der Schedcl ist ebenfalls bey solcher Gelegenheit im Umfange vergrossert, und an Gestalt verändert. * 48 ) Die tzirnschaale ist äußerst groß im Verhaltniß zu der Größe -deS Antlitzes. S49 ) Die Fortsetzungen derVerknbcherungs- punkte des Stirnbeins, der Seitenbeine und des Grund­beins sind sehr ansehnlich, und die membranösen Theilun- gen zwischen diesen verschiedenen Knochen sind sehr weit. Wird die Kopfschwarte weggenommen, so daß man unmit­telbar den Schedel betrachten kann, so findet man die Kno­chen sehr dünn, oft nicht dicker als eine viertel Linie, und oft sieht man große Stellen im Knochen, die membranös sind. Die Ursache der letzten Erscheinung ist, daß

547) Ich fand diesen Sack, in den das Hirn von der Ansamm­lung des Wassers in seinen Höhlen ausgedehnt nnrd, so dünne, daß er kaum eine oder anderthalb Lmien in der Dicke hielt.

548) Von dieser durch Wassersucht des Hirns veränderten Ge­stalt des Schedels findet man unvergleichlich schöne und wahre Abbildungen bey Ed. Scindifort jin Mufeum anato- mieuni Academiae Lugduno-Batavae 1/9,3 auf der sechsten, siebenten, achten, neunten, zehnten, erlften und zwölften Tafel und in feinen Exercifationibus ariatomicis, im ersten und zwevten Buche. Die Originale davon sah ich fast sämmtltch bey ihm.ln der Natur.

549) Das Verhalrnip der Knochen der Hirnschaale zu den Kno­chen des Antlitzes ist das vorzüglichste Unterscheidirugszcir chen eines Wcsscrkopfs von einem sehr großen oder Rie- senkopfe. Siehe meine Knochenlehre §. 2;;.

550) Solche nicht sowohl membranöse als vielmehr knorpelige Stellen bildet Sandisorl im lVtuleuin anatomicum Aca~ tleijiiae. Lügduno Batavae, aus der sechsten Tafel, Figur 6 und 7. ab. Die hier bemerkten Löcher oder Lücken waren