2Z4 Ein und zwanzigstes Kapitel.

Wassersucht der Uterustrompeten.

Ist die Röhre der Trompete an be.vden Enden geschlos­sen, so wird sie bisweilen zu einer ansehnlichen, gekrümm­ten Höhle ausgedehnt; öffnet man diese Höhle, so erscheint sie zuweilen durch kleine Facher abgetheilt, uud mit einer wäßrigen Flüssigkeit gefüllt, die sich zum Theil zum Gerin­nen bringen laßt. Diese Flüssigkeit erfolgt ohne Zweifel durch die Absonderung der kleinen Arterien, die der inner» Membran der Trompete gehören, welche Membran natür­licherweise sehr gefäßreich ist. Man kann sie Wassersucht der Trompete nennen.

Blinde Endigung der Trompeten.

Ich sah die Trompeten ohne einige Oeffnung, und ohne franzige Enden, sich blind endigen, durch einen Feh­ler in der Urbildnng. Unter solchen Umstanden, waren sie unfähig, ihren Dienst beym Geschäfte der Erzeugung zu leisten.

Ey in der Trompete. 4 9 2 )

Die Trompete ist bisweilen zu einem Sack ausgedehnt, der ein Ey enthalt. Dieses entsteht, wenn das Ey in sei­nem Fortgange vom Eyerstock zum Uterus aufgehalten wird. Wird es aufgehalten, so stirbt es nicht, sondern es wird allmahlig ausgebildet, gerade so, als wenn es in die Höhle des Uterus gelangt wäre. Dieses nebst vielen an­dern, ist ein Beweis, daß der Uterus nicht das einzige Organ ist, welches geschickt ist, ein Ey auszubilden: son­dern daß andere Thcile des Körpers ebenfalls dieses Ge­schäft verrichten können. Indem sich das Ey vergrößert, wird die Trompete mehr und mehr erweitert, und bildet xjngs um Pas Ey einen dünnen Sack. Die Blutgefäße,

492) Die Litteratur über diesen Fall findet fich gesammelt in

Fritze Differtatio de Conceptione tubana. Argentorati 1779. UNd Hey Corviruis Difiertatio de Conceptione tu- barra. Argentorati 1780.