ao4 Achtzehntes Kapitel.

erstreckt sich bisweilen über die ganze Oberfläche, allem öfters besteht sie bloß aus zerstreuten Fortsätzen einerMem- bran. Die Verwachsungen sind bisweilen dünn, biswei­len hingegen haben sie eine ansehnliche Dicke, und ver­knüpfen die Scheidenhaut mit dem Körper des Hodens mehr oder weniger dicht, nach Verschiedenheit der Falle. Sie werden durch irgend eine vvrgangige Entzündung, so wie die in der Brusthöhle und Bauchhöhle, erzeugt; doch nicht oft untersucht man eine Scheidenhaut nach dem Tode, welche unmittelbar zuvor in einem wirklichen Zustande von Entzündung sich befand.

Entzündeter Hoden.

Die Substanz des Hodens selbst ist sehr oft entzündet, allein diese Entzündung wird gemeiniglich durch Kunst ent­fernt und daher schwerlich jemals ein Gegenstand der Un­tersuchung nach dem Tode. Sie zeigt jedoch genau die nämlichen Erscheinungen wie die Entzündung der Substanz anderer Theile, und braucht also nicht besonders beschrieben zu werden. Ist der Hoden entzündet, so nimmt zuweilen der Saamenleiter an der Entzündung Antheil, seine Haute werden beträchtlich verdickt, und in einigen Fallen sindet man die Venen des Saamenstrangs varikös.

Legt sich die Entzündung des Hodens, so ists nicht un­gewöhnlich, daß eine Harre und Anfüllung des Nebenho­dens eine ziemlich lange Zeit, oder gar das ganze Leben hindurch, zurückbleibt. Dieses kommt von der Materie,

Diese Erscheinung so wohl als die folgende, nämlich der Scirrhus, werden gemeiniglich unter dem Namen Fleisch­bruch (Sarcocele) begriffen. Siehe Heißer JDiliertatio de Hernia carnofa five Sarcocele. Helmüadii 17^4. mit einer

Abbildung, welche Haller, so wie Ka ltschmid'o und I. C. Pohls Dissertation über den nämlichen Gegenstand, im dritten Bande seiner chirurgischen Dissertationen wie­der abdrucken ließ.

Eine ungeheuere solche Geschwulst, welche zum wenigsten einen halben Zentner schwer war,siehe bevB ln men b a ch im rweyren Bande, Seite 642. abgebilder.