192 Fünfzehntes Kapitel.

Lage wegen nicht ohne eine umständliche Zergliederung ge­sehen werden können; da viele von den Eingeweide» un­mittelbar ins Gesicht fallen, sobald nur die Höhlung, in welcher sie liegen, geöffnet wird; krankhafte Erscheinungen hat man jedoch in ihnen bisweilen beobachtet.

Ich habe niemals Gelegenheit gehabt, die Saamen­blaschen an und für sich selbst entzündet zu beobachten, ob sie gleich ohne Zweifel dieser Krankheit, wie jeder andere Theil oes Körpers, unterworfen sind. Ich sah sie jedoch in den natürlichen Folgen der Entzündung mit den sie um­gebenden Tbeilen verwickelt. 413 ) So sah ich die Hintere Oberfläche der Blase, die Saamenbläschen, und eine Portion des Mastdarms, welche mit ungewöhnlicher Festigkeit zusam­men hingen, auf die nämliche Art, wie andere Theile des Kör­pers häufig nach einer Entzündung zu erscheinen pflegen.

Die Saamenblaschen werden auch von Scropheln an­gegriffen. Ick erinnere mich, bey einer Gelegenheit, eines von den Saamenblaschen mit wahrer scrophulöser Materie angefüllt gesehen zu haben, deren anszeichnenden Charak­ter ich oft beschrieb.

Die Gange der Saamenblaschen öffnen sich im natür­lichen Falle mit zwey deutlichen Mündungen in die Höh­lung der Vorsteherdrüse, allein bisweilen fehlen sie, und dieSaamenbläschen endigen sich blind. 4I4 ) JDie ©<uu? menleiter (vafa deferentia) haben alsdann auch nicht ihre natürliche Endigung, sondern endigen sich im blinden Sacke der Saamenblaschen. Dieß ist eine Art von Miß­bildung, die sehr selten ist, aber wichtige Folgen hat, in­dem sie den Lauf des Saamens in die Harnröhre hindert, und dadurch eine der wichtigsten Verrichtungen in der thie- rischen Oekonvmie unmöglich macht.

Die

4*3) Ick) habe die Saamenbläschen auch nie allein entzündet gefunden, sondern nur bey Gelegenheit einer Entzündung der Nachbarschaft.

414) Sollte es mit diesem Falle wohl seine vollkommene Rich­tigkeit habend