Krankhafte Erscheinungen an den Nieren. i6Z

jmtzoden, gleicht. Welche Wirkung dieß auf die Scere- tion des Harns hatte, konnte ich nickt erfahren. Ich bin überzeugt \ daß diese Krankheit der Nieren sehr selten isi.

Sehr welche Nieren.

Ich sah ebenfalls die Substanz der Nieren in eine wei­che, lockere Maste verwandelt, welche fast vollkommen die Gestalt eines gemeinen Schwammes hatte. Auf der Ober­fläche befanden sich viele runde Dohlchen, die in unregel­mäßigen Entfernungen zerstreut lagen; ja die aufgeschm't- tene Substanz der Niere selbst zeigte die nämliche schwam­mige Struktur. Die Blutgefäße der Nieren sah man sehr deutlich durch die schwammige Müsse sich verbreiten. Es ' fand sich kein Zeichen von Eiter in der Niere, noch die ent­fernteste Aehnlichkeit zwischen diesem Proceß, und den bey einer Eiterung vorgehenden Wirkungen. Es war ein Prs- ceß von eigener Art, durch welchen ein beträchtlicher Theil der Niere weggeführt wurde; wahrscheinlich durch die Wirkung der Saugadern. Uebrigens schien er weit mehr auf den äußern als auf den röhrenförmigen Theil gewirkt Zu haben. Ich vergrössere die Wirkung dieses kränklichen Prvceffes zuverlässig nicht, wenn ich sage, daß die Niere völlig so weick als ein gemeiner Schwamm geworden war. Als ich sie im Wasser schüttelte, sonderten sich alle Theile voneinander, einigermaßen, wie die flockigen Gefäße des Mutterkuchens auseinander gehen. Eine solche Erschei­nung an einer Niere beobachtete ick zwey bis dreymal, al­lein ich hatte nur ein einzigesma! Gelegenheit, etwas von den Zufällen zu erfahren, die sie im Leben verursachte. Ich ward zu einer Frau zwey Tage vor ihrem Tode gerufen, welche außer andern Beschwerden, sich gar sehr über einen heftigen Schmerz in der Gegend der Nieren beklagte, und deren Harn sehr vielen Satz hatte, welcher geronnener Milch in etwas glich. Wie lange sie über diese Ausalle geklagt hatte, erinnere ich mich jetzt nicht, allein die Zeit war ansehnlich. Dieser sehr unvollkommene Bericht ist

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