Eilftes Kapktel.

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Es ist wahrscheinlich, daß bisweilen Verknöcherungen*) in diesem Knorpel angerroffeu worden; allein in Fal­len, die mir vorkamen, konnte man keine Knochenmarerie bemerken. 325 ) Der Knorpel, in welchen die Häute der Milz verwandelt werden, gleichen nicht den Knorpeln an den Enden der Knochen, sondern weit mehr den Knorpeln der Nase und der Ohren, wiewohl sie gemeiniglich von reiner weißern Farbe sind. Dieser kränkliche Proceß, macht, wie man natürlich vermuthen mnß, langsame Fortschritte, und kann schwerlich in den Geschäften der Milz eine Zun­derung hervorbringen, und ist wahrscheinlich durch kein be­sonderes Gefühl dem Kranken bemerklich.

Sehr große Milz.

Bisweilen findet man die Milz drey bis viermal grös­ser als natürlich , 3 * 6 ) doch an Struktur vollkommen ge­sund ; dieses kommt bey der Milz weit öfter als bey irgend 'einem andern- Eingeweide vor. Ob man dieß gleich eher für eine monströse Vergrößerung der Milz, als für eine Krankheit halten könnte, so kann sie doch Unbehaglichkeit verursachen, indem sie drückt, und bis auf einen gewissen .Grad die Lage der benachbarten Eingeweide verändert.

Wasserblasen werden gelegenheitlich in der Milz ^^) ge­bildet, welche mit denen in der Leber von einerley Art sind; doch sind sie in der Leber weit gemeiner als in der Milz.

*) M 0 rgagnisah Verknöcherungen in einem Therle derHaut, die die Milz überzieht. Epitt. X. Art. 19. EpiftxiV. Art. 23.

**) Morgagni Epift. XXXVIII. Art. 34.

' 525) Ich besitze eine übrigens natürlich scheinende Milz, deren Haut auf der gewölbten Fläche ungefähr in der Mitte eine wahre starke Verknöcherung von einem Zolle im Umfange zeigt.

326) Gemeiniglich trifft man die Milz in Personen, die am intermittirenden Fieber siarben, vergrössrrt an, welches man selbst im gemeinen Leben Fieberkuchen nennt. -~

Sieb .? C. Pohl de Tumore Lienis iaccato a Cauffa hydro- pica Lipfiae 1749. Er fand in einer Frau, die Milz zwan­zig Pfund und vier Unzen schwer, zwev und eine halbeEUe lang, und zwey Ellen und sieben Zolle im Umfange halten.