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Zehntes Kapitel.

in ihr, bringt sehr selten eine solche Wirkung hervor. Ich habe bloß einen Fall von Eiterung der Gallenblase beobach­tet, welcher in Dr. Hunters Sammlung anfbcwabrt wird.

Scirrhöse Haute der Gallenblase.

Ich halte es für sehr selten, daß die Haute der Gal­lenblase scirrhös werden. Doch habe ich Gelegenheit ge­habt, einen Fall davon zu beobachten. Die Schutt der Gallenblase, waren in diesem Fall einen viertel Zoll dick, 2 ^) und mit harten, weißen Knötchen besetzt, die denen gli­chen, welche ich bey der Leber beschrieb: und in der That litt die Leber, zu welcher diese Gallenblase gehörte, an der nämlichen Krankheit. Wahrscheinlich leider kaum jemals die Gallenblase am ScirrhuS, außer wenn er vorgangig in der Leber statt fand.

Verknöcherung der Haute der Gallenblase.

Ich sah ebenfalls die Haute der Gallenblase sehr ver­dickt, und an vielen Stellen in eine Art von Kuochensnb- stanz, verwandelt; doch ist dieß für eine sehr seltene Er­scheinung von Krankheit zu halten. 290 )

Krankhafter Zustand der Gallengange.

Es giebt zwey Krankheiten an den Ansfrihrungsgän- geu der Leber und der Gallenblase, die mir vorgekommen sind: die eine ist ihre Verschließung, die andere ihre Er­weiterung. Die erste ist äußerst selten, und der einzige Fall, den ich davon sah, war am Gallenblasengang; die an­dere ist nicht selten. Der Lebergallengang, der Gallen­blasengang, und der gemeinschaftliche Gallengang, sind bisweilen zu einer fast unglaublichen Größe ausgedehnt. Ich sah den Lebergallengang und gemeinschaftlichen Gallen-

297) Gerade eine solche Gallenblase besitze auch ich in meiner

Sammlung.

s§8) Siehe Walter Obfervationes anatomicae, Seite ;r.