Kränkliche Erscheinungen an der Leber. izz

Skrofulöse Knoten der Leber.

Man findet bisweilen Knoten in der Leber, welche vollkommen den Knoten in der Lunge gleichen; doch ist dieß eine sehr seltene Erscheinung von Krankheit. Sie haben dieselbe Größe, dieselbe Struktur, und dieselbe Beschaffen­heit beym Anfühlen. In dem einzigen Beyspiel, das ich von dieser Krankheit sah, waren die Knoten überhaupt durch die Substanz der Leber in ziemlich regelmäßigen Entfernun­gen zerstreut, und machten die Oberfläche der Leber nicht unregelmäßig, wie bep der gemeinen Art von Knoten.

Ich sah gleichfalls die Leber weit schlaffer in ihrer Sub­stanz. als natürlich, und rbthliche Geschwülste von beträcht­licher Größe in ihr zerstreut, welche ein dickliches Eiter ent­hielten. Ich bin geneigt, diese Leber für scrofulös zu hal­ten, weil sie in einer Person gefunden ward, deren allge­meine Constitution starke Anzeigen von Scrofeln hatte, und in deren Leichnam, viele Saugaderdrüsen scrofulös gefun­den wurden.

Leber von sehr weicher Substanz.

Die Leber wird nicht ungewöhnlich in ihrer Substanz weit schlaffer als natürlich gefunden, ohne eine sonstige Er­scheinung von Krankheit. Sie fühlt sich in solchem Falle fast so weich als die Milz an, und hat gemeiniglich eine Bleyfarbe. Diese Veränderung muß von einem Prozeß kommen, welcher durch ihre ganze Substanz statt ^ndet, und das zu seyn scheint, was Herr Hunter interftitial abfor- ption, Einsaugung ans den Zwischenräumen, nennt. Durch diesen Prozeß versteht man denjenigen Anstand, wo die Saugadern unmerklich kleine Bestandrheile von der Haupt- Maffe irgend einer Struktur ohne Eiterung wegführen. Dieser Zustand der Leber, wird sehr selten, wenn jemals inj jungen Personen angetroffen , und ist am gemeinsten in bejahrten Personen.

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