igo N eunces Kapite l.

Gemeine Knötchen der Leber.

Eine der gemeinsten Krankheiten der Leber (und viel­leicht die allergemeinsie, wenn ich die Verwachsungen, von denen ich vorhin sprach, ansnehme), ist die Bildung der Knötchen in ihrer Substanz. Diese Krankheit trifft man schwerlich jemals insehr jungen Personen an, sondern ge­meiniglich in Personen von Mittlerin oder hbherm Alter; auch ist sie gemeiner in Männern als in Frauen. 28 °) Es sollte scheinen, daß dieß von unmäßigem Trinken abhinge, welches gewöhnlicher in dem einen als in dem andern Ge­schleckte ist; denn diese Krankheit trifft man am häufigsten in starken Trinkern an, ungeachtet wir keine nothwendige Verbindung zwischen dieser Lebensart und dieser besondern Krankheit der Leber einsehen. Allein oft finden wir wenig Verbindung, zwischen Ursache und Wirkung der Verände­rungen., welche in jedem andern Theile des Körpers Vor­gehen.

Die Knötchen, welche in dieser Krankheit gebildet wer­den, nehmen gemeiniglich die ganze Masse der Leber ein, sitzen sehr nabe an einander, und sind von rundlicher Ge­stalt. Sie geben überall der Oberfläche der Leber ein un­regelmäßiges Ansehen. Schneidet man sie auf, so findet man sie aus einer bräunlichen oder gelblich weißen soliden Materie bestehen. Bisweilen sind sie sehr klein, so, daß sie nicht größer als Köpfe großer Stecknadeln erscheinen; allein am häufigsten sind sie so groß, als eine kleiue Hasel­nuß, und viele von ihnen auch wohl noch größer. Ist die Leber auf diese Art knotig, so fühlt sie sich weit harter als gewöhnlich an, und nicht selten ist ihr unterer Rand ein wenig vorwärts gebogen. Ihre Größe ist jedoch gemeinig­lich nicht beträchtlicher als im gesunden Zustande, und mich dünkt, bisweilen kleiner. Zerschneidet man die Leber in diesem Zustande,. so scheinen ihre Gefäße einen kleiner» Durchmesser als im natürlichen Zustande zu haben. Sehr

280) Dieß kommt gan; mit meinen Erfahrungen überein.