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Viertes Kapitel

schwerlichkekt des Athmens an, welche durch einen Theil der Lungen, der in Knochen überging, veranlaßt wurde. Hier war eine Versetzung dieser besondern Krankheit, von einem äußern Theil auf einen inner«, welche der Versetzung des Pvdagra's oder Rheumatismus glich.

Ich sähe auch eine Geschwulst von der Größe einer Citrone, welche an der Lunge der einen Seite, durch eins lockere häutige Verbindung befestigt war und einigermaa- ßen sie zusammen drückte; diese Geschwulst bestand aus ei­ner gelblichen, löcherigen Substanz, welche der Struktur, die man gemeiniglich scirrhös oder scrofulös nennt, gar nicht glich, sondern eigens beschaffen war. Sie war vermuthlich die Folge einer kränklichen Wirkung, mit der wir noch sehr wenig bekannt sind.

Erdige Concretionen, hat man bisweilen in den Lun­gengefunden, ob sie gleich eine sehr seltne kränkliche Er­scheinung sind, 8 ^) Sie sind oft sehr klein, allein bis­weilen von ziemlich ansehnlicher Größe. *) Ja man sah sogar einen beträchtlichen Theil der Lungen, in eine erdige Substanz verwandelt. **)

Wasserblasen 87 ) werden auch bisweilen in den Lun­gen gebildet, und viele von ihnen durch Husten herauf ge­bracht. Von ihrer Natur werde ich in der Folge umständ­lich sprechen.

Zusätze.

k. Quaeritur' num aliquando Pulmones plane defe- cerint? sagt CH. Fr. Ludwig. 88 ) Ich besitze selbst ein

*) Morgagni Epiftola XVH. Art, 19. Epift. XV. Art. 25.

**) Morgagni. Epift. XXII. Art. 15.

86 ) Wirklich erdige, gar nicht knöcherne, Concretionen, fand ich nicht nur in den Saugaderdrüsen, sondern auch in den Lungen von Steinmetzen. Der Ursprung ist ganz deutlich, weil nämlich der Staub beym Behauen der Steine mit in die Lungen eingezvgen wird.

87) Ueber die Wasserblasen der Lungen, siehe Haller de Cor­poris humani fabrica im sechsten Bande , Seite 280. Note h.

88) In seinen vortrefflichen Erimls lineis anatomiae pathologicae,

§. 80.