Kränkliche Erscheinungen an fcett Lungen. 39

dieser Gelegenheit muß man die Sonde mit ziemlicher Ge­walt einbringeu, um die Enden wieder zu öffnen. 7 9 ) Der verstorbene sinnreiche 1)r Stark*) fand in einigen von die­sen Gefäßen das Blut geronnen. Diese Veränderung in den Blutgefäßen erfolgt ohne Zweifel in der Absicht um starke Blutungen zu hindern, welche gewiß unmittelbar sich mit dem Tode endigen würden.

Sind die Abscesse der Lungen die Folge einer gemeinen Entzündung, so ist dieß verhaltnißmaßig der günstigste Um­stand zur Genesung; allein sie sind weit öfter die Folge ei­ner Entzündung, welche von einer besonder» Constitution abhangt, z. B. der skrofulösen, und in diesem Fall sind sie fast allemal tödtlich.

Knoten in den Lungen.

Keine kränkliche Erscheinung in den Lungen, ist so ge­mein, als Knoten. Sie bestehen in runden, weißen Kör­perchen, die durch ihre Substanz zerstreut liegen. Sie werden, wie ich glaube, in dem Zellstoffe, der die Luft- zellchen der Lungen zusammen halt, gebildet, und sind kein kränklicher Zufall von Drüsen, wie man sich oft eingebildet hat. Es findet kein drüsiger Bau in dem bindenden Zell­stoffe der Lungen statt, und auf der Innenseite der Luft­röhrenaste, wo sich Schleimdrüschen finden, sah man nie Knoten. 8 °) Anfangs sind sie sehr klein; nicht größer als

*) Siehe seine Werke S- 28.

79) Daher rann auch die von mir eingesprützte Wachsmaterie, nicht aus dem kleinen Reste einer durch Erterung fast gänzr lich aufgezehrten linken Lunge, so gur und feüt auch die Aussprützung seiner ganzen Nachbarschaft gerieth.

ro) Dieser Umstand könnte wenigstens zur Widerlegung derieni» gen dienen, dre zur materiellen Ursache jeder Krankheit einen verdorbenen oder faulgewordenen Saft von eigenen Dräschen annehmen zu müssen glauben; welches vielleicht Andere, die nicht nur auf die Einrichtung des Baues uw sers Körpers, sondern auf die Naturgeschichte überhaupt sehen, schwerlich zu behaupten übernehmen möchten.

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