Z2. Drittes Kapitel.
eine weiche, schwammige Haut bilden, welche vollkommen, dem gemeinen Zellstoff des Körpers gleicht. Solche Verwachsungen sind Folge der Entzündung und vielleicht die gemeinsten, kränklichen Erscheinungen, die man in Leichnamen anNifft. ö7 )
Eiterbrust.
Nicht selten findet man Eiter in der Brusthöhle, welche die Krankheit ansmacht, die man Etterbrust (Empyema) nennt. Dieses kommt entweder von den Blutgefäßen des Brustfells, die sich in solchem Anstande befinden, daß sie
Eiter
67) Haller sagte in der letzten Edition seines großen Werks
cts corporis humani fabrica , Seite 51. „Magnas membranas absque vafis eile poil’e, manifefta exempla evincunt — in quibus ne fufpicio quidem vai'01 um oritur — ut in laminis
ligamentofis puimonis.” Allein oft genug sah ich, auch ohne künstliche Aussprützung in diesen widernatürlichen Membranen oder Bändern, sehr häufige dicht an einander liegende Blutgefäße, so wohl aus Kindern als aus allen Leuten. Mehrere gut ausgesprützte Stücke hebe ich in Weingeist auf, an denen ich überzeugend darrhun kann, daß die Arterien dieser Bänder von den Arterien des Thcils des Brustfells abstammen, welcher den Iwerchmuskel und den Herzbeutel überzieht, und zu den Lungen hingehen, und daß sie nicht umgekehrt von den Lungen kommen, und zu diesem Theile gehen, folglich, daß sie fortgesetzte Aesi- chen der Awischenribbenarterien (siehe meine Gefäßlehre, Frankfurt 1792. tz. 162) sind.
So auchWrisdergin seiner aisten Note zu Ha l lers Primis Lin eis Phyfiologiae, GoUingae 1780, oder Ul Meinet Uebersetzung dieses Werks. Berlin 1788.
A. Monro in seinen Obfervations on the nervous fy- ftem. Edinburg 1786. Tab. XLVJ 3 . oder itt der deutschen Ucbersctzungmit meinen Noten. Leipzig 1787. 4. Tab. xin. bildet solche Gefäße in der neuerzeugren Membran ab, die das Bauchfell mit dem dünnen Darme in einem Ferken verband, wo man ebenfalls sieht, daß solche Gefäße von jenem Tbeile des Bauchfells kommen, und zum Darme gehen.
Solche Verwachsungen findet man oft in Personen, die doch im Leben nicht im mindesten über Beschwerlichkeit im Athmen klagten — siehe Haller Elementa Phyfiologiae in den Addendis Seite IJ3, wo er mehrere Fälle davon anführt.