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Zweytes Kapitel.
inS Schwarze. Oft bekam er Anfalle, besonders, wenn er seine Geisteskräfte angestrengt oder seinen Körper schnell bewegt batte. 4<5 )
Es ist klar, daß in diesen Abweichungen vom natürlichen Bane, eine zu kleine Blutmenge durch die Lungen ging, um den Nutzen des Athmens zu erhalten, und dieß muß mehr oder weniger nach dem Grade der Abweichung der Fall seyn. Das Blut ist aus dieser Ursache von dunkler Farbe, da es bekannt ist, daß es seine blühende Farbe vom Einfluß der Luft in den Lungen erhalt. Daher mußte die Farbe der Haut uothwendig blaß, oder dunkel seyn, besonders alsdann, wenn sich das Blut ungewöhnlich stark in den Venen an- haufte. Es ist natürlich, daß bey einem solchen Baue des Herzens, der Kreislauf des Bluts desto beschwerlicher vor sich geht, jemehr er beschleunigt wird. Dieß kann so gar bis zu einem so'chen Grade geschehen, daß der Kreislauf für eine kurze Zeit ganz und gar aufhoren muß. Durch diese Ursache geschah wahrscheinlich, daß gelegenheitlich diejenigen Anfalle hervorgebracht wurden, deren ich in dem einen Fall gedachte.
Auch findet sich in vr. Hunters Sammlung das Herz eines Kindes, welches ein Loch in der Scheidewand zeigt, das groß genug ist, um eine Gänsefeder leichtlich durchzu,
46) Die Zufälle in einem fast gleichen Falle beschreibt ganz unvergleichlich Hahn in E.Sandifort's Obfervatiom- bus anatomico pathologicis, Libr. I. der die genaue Jerglie-
derung und deutliche Abbildungen des Herzens aus diesem dreyzehnjährigen unglücklichen Knaben bevfügt.
Hieher gehört der Fall, dessen Wrisberg gedenkt in der 54sten Note zu seiner Ausgabe von Haller's Primis Lineis Phyfiologiae, Goettingae 1779, W 0 er einen doppelt
ten Ausgang aus der Lungenkammer in einem siebenjährigen Mädchen fand. Gleich unter der Mündung derLungen- Arterie nemlich, führte eine etwas kleinere Oeffnung in den arteriösen Gang, so daß die Aorte sieben Jahre lang, doch vhneDeschädigung derScheidewand, aus beyden Herzkammern Blut erhielt.
Ja man fand den arteriösen Gang sogar in einer fünf und zwanzig jährigen Frau noch offen. Siehe de Witt m den
Verbandelingen van het Bataaffch Genootfchap te Rotterdam, Tom. 11. 1775. Seite 195. mit einer Abbildung.