22 ZweyLes Kapitel.
Von solchen Fallen sah ich nur ein Beyspiel, allein ich * hörte mit Zuverlässigkeit von einem andern. Beyde Falle sind von Männern; ich erwähne diesen Umstand, weilMan- ner den Krankheiten des Herzens und der Blutgefäße mehr Unterworfen zu seyn scheinen, als Weiber. Wahrscheinlich hielt man Leute, die aus dieser Ursache starben, wegen der Plötzlichkeit ihres Todes, für am Schlagfluß gestorbene.
Man sah Anfälle 4S ) wiewohl sehr selten, wo sich eine große Menge Blut in der Höhle des Herzbeutels angehäuft hatte, und man doch bey der sorgfältigsten Untersuchung keine Berstung weder am Herzen selbst, noch an irgend einem seiner Gefäße entdecken konnte. Dieß sieht sehr wunderbar, und gar nicht so aus, als man a priori erwarten sollte. Ueber die Supposition, daß hier Berstung nicht statt zu finden brauche, sind mir nur zwey Vermuthungen zur Erklärung der Möglichkeit einer solchen Wirkung vorgekommen. Beyde sind aber mit vieler Schwierigkeit verbunden.
Die eine Vermuthung ist: daß die Gefäße auf der Oberfläche des Herzens einen Theil der Dichtigkeit ihres Gewebes verloren haben mochten, so, daß das Blut durch
Mummfeh Diflertatio de Corde rupto. Lipfiae 1764, wieder abgedruckt in Ludwig*s Adverfaria medico pra&ica. Tom. I. P ag. 134. Ich sah diesen Fall in der Natur bey Monro zu Edinburgh. Ferner bemerke man noch:
E. Sandifori Obfervationes anatoinico pathologicae.
Libr. I.
Portal in den ddernoires de I’Academie des Sciences ä Paris 1784 bemerkt sehr richtig, daß gemeiniglich die Aortenkammer platze, auch ohne vvrgängige Krankheit.
Adolph. Murray Diflertatio de Cordis ruptura, Upfaliae » 785 .
Dr. Whytt stehe Critical Review 1788. Dec. Seite 554. sah das Herz nach langem Kummer bersten, so daß broken Heart (gebrochnes Herr) keine blosse Metapher ist.
4;) EinensolchenFallbeschreibt BaaderObtervationesiVledicae
Inciiionibus illufiratae, 1762. Obfervat. I. Wieder abgedkUckt in E. S a n d ifo r t Theiäurus Diflertationum. Tom. III. Obl'ervat. I.