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Erstes Kapitel.

Protestes gehalten werden, welcher noch im Leben vor sich ging. Die Ursache dieser Erscheinung ist wahrscheinlich eine mangelhafte Wirkung der aushaucheuden Gefaßchen des Herzbeutels, so daß die Flüssigkeit, welche im natürlichen Zustande diesen Theil schlüpfrig erhalt, nicht in gehöriger Menge abgesondert wird. Dieses ist gar nicht unbegreif­licher, als sonst ein Fehler in der Wirkung irgend eines an­dern Theils unsers Körpers. 12 )

Man sah einen Theil des Herzbeutels in einigen Fallen verknorpelt,^) in andern verknöchert; **) doch sind diese Veränderungen ungewöhnlich.

Zusäße des Herausgebers.

Noch sind zu den krankhaften Erscheinungen am Herz­beutel hinzu zu setzen:

l. Wasserblasen, die Heuermann I4 ) am Herzbeutel nicht nur inwendig, sondern auch auswendig, und an der Flache des Herzens sah, und von denen einige größer als eine welsche Nuß waren, und eine sehr scharfe Feuchtigkeit in sich hielten.

Morgagni de fedibus et cauffis morborum Epifi. XXII. Art. 10»

**) Bonetus Tom. I. S- 538. 13 )

12) Diese Trockenheit des Herzbeutels habe ich ebenfalls, doch, so viel ich mich erinnere, nur in alten Personen beobachtet.

Hieher gehören auch die Fälle, wo man den Herzbeutel wenig oder gar keine Feuchtigkeit enthalten sah.

13) Eine zuverläßigere Authorität ist außer den Fällen, die Haller aus den Memoires de Sully I.ivr. IX. pa g. 120, Senat und Damianus Sinopeus , in den Addendis sei-

ner großen Physiologie Seite 128 angeführt, von I. G. Walter, am angeführten Orte, Seite 6z, der in zwey Fällen Verknöcherungen am Herzbeutel beobachtete. Das einemal fand er in einem Manne von vierzig Jahren, der an der Wassersucht starb, eine runde, ungefähr gegen die Mitte der äußern Seite des Herzens gekehrte, ein wenig rauhe Verknöcherung, deren größter Durchmesser einen Zoll hielt; das andere mal in einem achtzigjährigen Schwind­süchtigen; die Größe, Lage und Beschaffenheit der Ver­knöcherung war fast die nämliche in beyden Fällen.

>4) Physiologie, Erster Band 1751. Seite 202.