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Aber auch mit der gröfsten Vorsichtigkeit und Anwendung aller nur bekannten Handgriffe, ist man oft nicht im Stande, in den Originalen für manche Figuren dieser Tafel, die Theile in der Lage zu erhalten, in der sie sich im Leben, ja selbst unmit^ telbar vor dem Schnitte noch befanden. Man vermag nicht 2u hindern, dafs wenn auch die derbe Haut ihre schöne regelmafsige Kugelform behält , sich nicht die Gefäfs- haut etwas ablöfst, und die Markhaut sich runzelt, und was das wichtigste ist, sich die beiden lofsen Enden der Blendung (Fig. 3. o.p. cj. r.) umlegen, und die Linse durch ihre eigene Schwere aus ihrer Lage weicht. Ich liefs halbe Dutzende von Augäpfeln frieren, um doch nur einmal die Blendung in gehöriger Lage für den Zeichner zu erhalten: allein ich fand bey dem Halbiren bald diesen, bald jenen Theil zersprengt, zerrissen und zerstört, und dennoch die Blendung nicht in gehöriger Lage. Ich liefs Augäpfel mit Gyps umgiefsen, und fand zwar dadurch die äufsere grobe Form ziemlich richtig erhalten: allein nach dem Zerschneiden kamen Blendung und Linse doch aus ihrer Lage.
Ich legte in dieser Absicht Augäpfel eine Zeitlang in gesättigte Zucker- und andere Salzauflösungen; ich suchte sie in Terpenthinol, in bald schwächerem, bald stärkerem Weingeist schwebend aufzuhängen. Ich füllte sie bald mit Luft, bald mit Wachs oder Quecksilber. Allein ich fand, dafs, so viel diese Behandlungen zur Berichtigung eines Umstandes nützten, sie zur Untersuchung eines andern schadeten.
Folglich blieb nichts übrig als durch Verstand und Ueberlegung nachzuhelfen, wo Ausmessungen nicht mehr Statt finden, und auf die mühsamste Weise jeden verdächtigen Umstand in mehreren Augäpfeln, durch verschiedene Methoden zu prüfen, und nach diesen Resultaten die Abbildungen auszubessern, und gewissermafsen zu ideali- siren, keinesweges aber nach der Phantasie etwas zu fingiren, wrfs sich nicht wirklich in der Natur selbst, an den Originalen zeigen läfst.
Wenigstens könnte ich mir es nicht verzeihen, öffentlich mit Abbildungen vom
menschlichen Auge zu erscheinen, und sie für anatomisch richtige Abbildungen gelten
zu lassen, in denen offenbare Unrichtigkeiten, und unläugbare Verunstaltungen der
wahren Formen vorkämen. Dafs solche Unrichtigkeiten ohne Schuld des Zergliederers
entstehen, und dafs solche Verunstaltungen in den Originalen unvermeidlich sind,
mag wohl zur Entschuldigung des Zeichners und Mahlers, die sie in dem Originale
vor sich sahen, dienen, aber nicht zur Rechtfertigung des Physiologen, der es sich
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angelegen seyn lassen mufste, alles gehörig einzusehen, und mit dem Verstände dem Mahler da nachzuhelfen, wo ihn das Vorbild verliefs und Abbildungen da wieder auszubessern, wo das Messer zerstörte oder eigene Schwere einen weichen Theil entstellte, oder das Medium, worin er sich befand, ihm die natürliche Beschaffenheit geraubt hatte, z. B. Häute in die Höhe zu bringen oder zu glätten, die sich nach
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