28
Zehnte Figur.
Lofsgetrennte Augenlieder der rechten Seite, von hinten angesehen, nebst der Thränendrüse, die etwas nach vornen zurückgelegt und an der vorderen Spitze von der Verbindungshaut bedeckt ist, aus einem erwachsenen Manne.
In der natürlichen Lage ist diefs die untere Fläche der Thränendrüse, wie man auch aus der Vergleichung mit der ersten Figur der siebenten Tafel abnehmen kann, wo die Thränendrüse in ihrer ganz natürlichen Lage und Verbindung aus einem andern erwachsenen Manne vorgestellt ist.
Da ich bis jetzt keine richtige und deutliche Zeichnung von der Lage, Gestalt, Gröfse, Dicke, Zusammensetzung und Befestigung der Thränendrüse, und ihrem Verhältnifs zum oberen Augenliede fand; so suchte ich durch die vier hier gelieferten Abbildungen und durch eine Abbildung auf der siebenten Tafel, diesen Mängeln abzuhelfen.
Auch die Abbildung der Schmalzdrüfschen scheint mir genauer, als ich sie bis jetzt noch irgendwo antraf.
Die Verbindungshaut ist vom Augapfel losgeschält und zurückgelegt, wie schon die Falten um den innern Winkel herum verrathen. Die mondförmige Falte n. n . geht somit ebenfalls zurück, und kommt an die äufsere Seite der Karunkel zu liegen > da sie doch in der natürlichen Lage ohngefähr auf i. treffen würde. Inzwischen ist dadurch ihre eigentliche Beschaffenheit, die in einer Verdoppelung der Verbindungshaut besteht, um so deutlicher geworden.
a. Ein Stück des Schliefsmuskels der Augenlieder, von seiner inwendigen, oder
dem Knochen zugewendeten Seite.
b . Spalte der Augenlieder.
c . Thränendrüse von der untern Seite, so dafs nur wenig von ihr durch die Verbin
dungshaut bedeckt wird.
d. Abtheilung der Thränendrüse in zwey Hauptlappen.
e. Ausführungsgänge der Thränendrüse.
f Mündungen dieser Ausführungsgänge der Thränendrüse auf der Verbindungshaut.
g. Verbindungshaut, die die inwendige Fläche der Augenlieder überzieht. Das
Stück von ihr, das im Umfange ganz locker oder faltig erscheint, ist der Theil,
der vom Augapfel losgeschält worden.
h. Schmalzdrüfschen des oberen Augenliedes > die durch die Verbindungshaut
schimmern.
i. Oberer Thränenpunkt, das ist, Anfangsmündung des oberen Thränenableiters.
1i. Schmalz-