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Das untere Augenlied dagegen behält meist seine Falte. Auch nach völlig geschlossener Augenspalte zeichnen sich die Winkel derselben noch immer merklich von einander aus. Der innere oder grössere Winkel nämlich behält noch etwas von seiner rundlichen Beschaffenheit, dagegen der äussere oder kleinere Winkel spitzi­ger wird.

Die Augenwimpern kreutzen sich, lassen aber dicht an den Rändern der Augen­lieder und längs derselben ein dreyeckig Kanälchen übrig, dessen Gestalt man im Profildurchschnitte auf der ersten Figur der siebenten Tafel erkennt.

In den zarten Augenliedern der Kinder oder Frauenzimmer, erkennt man während des Schlafes, sehr deutlich und vollständig, das schöne Venennetz des ausge­spannten obern Augenliedes; vorzüglich ist diefs der Fall bey solchen Personen, deren Augäpfel bey übrigens feiner Haut ungewöhnlich vorliegen.

ErsteFigur.

Wohlgebildetes linkes Auge eines männlichen Europäers von mittlerem Alter, mäfsig geöffnet, gerade von vorn angesehen, a. b. c. Augenbraune. «.Nasenende der Augenbraune, b. Mittlerer Theil der Augen­braune, der am stärksten zu seyn pflegt, c. Schläfende der Augenbraune. *1% d . *. Oberes Augenlied.

J*. Weniger beweglicher Theil des oberen Augenliedes, den manNicktheil oder Winktheil nennen könnte.

d. *. Sehr beweglicher Theil des oberen Augenliedes.

d. Falte des oberen Augenliedes, welche beym Schliefsen der Augenspalte

sich verzieht, und deren Tiefe man aus der I. Fig. der siebenten Tafel abnehmen kann.

e. *. r. m. Geöffnete Augenspalte, oder Schlitz der Augenlieder.

*. Rand des oberen Augenliedes mit Wimpern besetzt. e.fg.h,i. Innerer oder gröfserer Augenwinkel.

e. Karunkel.

/. Mondförmiges Fältchen der Verbindungshaut.

g* h Thränensee oder Vertiefung rings um die Karunkel.

z. Stelle, wo das Augenlieder Band, welches queer über den Thränensack gespannt liegt, durchschimmert»

k. L Horizontallinie, welche zeigt, um wieviel gewöhnlich der innere Augen­winkel tiefer als der äufsere zu liegen pflegt.

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