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Die Nordamerikaner sollen die Köpfe ihrer neugebohrnen Kinder mit einem Säckchen Sand und durch das Niedrigerlegen in der Wiege platt drücken, und dadurch die beschriebene ($. 66.) Form erzwingen 7 .

Die Ammen der Türken sollen die kugelichte Form des Kopfes erzwingen 8 .

So suchten die Drusen auf dem Libanon umge­kehrt ihrer Kinder Köpfe länglich umzuformen 9 .

Die Mohren sollen ihren Kindern die Nasen platt' drücken. Allein, daß sie wenigstens letzt ihnen ange- bohren werden, ist gewiß. Alle zu Cassel gebohrnen Mohrenkinder hatten das nämliche platte Gesicht, ohne daß es ihnen eingepreßt wurde; die großen auf­gestülpten Lippen, u. s. f. können ohnehin nicht vom Plattdrücken kommen.

Einige Nationen färben mit vieler Sorgfalt die ,Zähne.

Die Schedel der Perser sollen, weil sie das Haupt bedeckten, schwächer, der Aegpptier, weil sie es scho-

7) I. _A.dai.jr Hist, of North American Indians. Lon­don. 1774. 4. S. 8. 284.

' 8) Vesali us am angeführten Orte; siehe den 6z. §. Blumenbach Decas 1. pag. 16.

9) Die Einwohner von Nutka Sund pressen die Köpfe ihrer Kinder, um ihnen eine Zuckerhut- oder Kugelform zu

geben. Meares Voyages made in the year. 178g. and 1789. London 1790. S. L XII.