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Uebergang des Knorpels in Knochen.

§. ZO.

Da sich im Blutwasser ein Stoff findet, welcher der Knorpelmasse nahekommt, so ists begreiflich, daß der Knorpel durch Arterien wachsen, und feine endliche Größe erreichen kann.

Jeder Einstweiliger Knorpel bekommt allmäh- lig die Gestalt des künftigen Knochens, und kein na­türlicher Knochen des Gerippes entsteht ohne selbigen. In dem Knorpel wachsen sich gleichsam die Knochen­stücke einander entgegen, bis sie zusammenstoßen, und zuletzt zu einem unzertrennlichen Knochen vereinigt werden. Alle Knochenmasse, die sich in nicht knorpelig gewesenen Theilen befindet, erklärt man daher für ungewöhnliche oder widernatürliche Verknöche­rung, welche, da sie durch keinen vorgebildeten Knor­pel entsteht, auch keine bestimmte regelmäßige Gestalt zu haben pflegt.

Auch erreicht der Knorpel vorgängig die vollkom­mene Größe des nachherigcn Knochens, und dient ihm gleichsam als eine Form, in der er.sich ausbildet. (§. 29.)

Ist der Knorpel bis auf die dünnen Rinden an seinen Enden verknöchert, so ist der Knochen vollen-