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Ueberhaupt ist die Farbe der Knochen verschie­den , nach dem Alter, Temperament, nach der Gat­tung der Knochen, nach Verschiedenheit der Stellen, nach Nahrungsmitteln, nach den Krankheiten und selbst nach der Todesart 7 .

Kinderknochen sehen wegen der verschiedenen Beschaffenheit der Beftandtheile und vieler Blutge­fäße graulich, nach der Vollendung hingegen weißer aus; doch sind die Knochen in sehr alten Leuten viel gelblicher, als in jüngeren. Wo die dünnen Sche- delknochen der Kinder Blut durchschimmern lassen, scheinen sie mehr bläulich grau, als weiß; sondert man aber einen solchen Knochen ab, so sieht man diese Stelle gar nicht verschieden.

In sogenannten sanguinischen Personen sind die Knochen weißlich, in cholerischen noch weißer, in phlegmatischen am weißesten.

Flache Knochen scheinen weißer, als kurze, lange Knochen in der Mitte weißer als an den Enden.

Je dicker und dichter ein Knochen ist, desto weißer sieht er unter übrigens gleichen Umständen aus.

7) Gavard sagt, die dem Herzen näher liegenden Knochen sehen weniger weiß aus, als die entfernter von ihm liegenden. Allein diesem widersprechen das Schlüs­selbein und sammtliche Kopfknochen, die ohngeachtet sie dem Herzen offenbar naher liegen, weißer aussehen als das allemal dunkelere Kreuzbein, oder Fersenbein.