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angehörten, dessen Gerippe offenbar mit dem Gerippe sowohl des Ornithocephalus longirostris in unserer akademischen Sammlung als des Ornithocephalus brevirostris in Herrn Graseggers Samm­lung zu Neuburg an der Donau, die auffallendste Aehnlichkeit hatte. Wenn daher dem Kennerauge Blumenbachs die Ehre gebührt, solche Knochen schon seit dreyfsig Jahren für die einer Südin­dischen Fledermausgattung erkannt und aufs Bestimmteste er­klärt zu haben, und diese seine Erklärung durch beyde von mir ge­schilderte Ornithocephalus-Arten die augenscheinlichste Bestätigung erhält, so dient mir w echselseitig dieses sein vollw ichtiges Zeugnifs zur Bestätigung meiner Deutungen.

Zweytens, zeigt die Vergleichung der Carlsruher Knochen mit den unsrigen, dafs das Thier, welchem sie angehörten, unsern Orni­thocephalus an Gröfse wenigstens sechsmal übertraf, indem nach einer leichten Berechnung seine ausgespannten Flügel über sechs Fufsmafsen.

Somit ertheilen uns diese Knochen die zuverlässigste Kunde von einem fliegenden Säugthiere aus der Vor weit, welches an ungeheurer Gröfse alle bis jetzt bekann­ten fliegenden Säugthiere der dcrmaligen Welt weit übertraf.

Ob aber dieses Thier auch im übrigen Baue seines Körpers, besonders in der Beschaffenheit seines Kopfes mehr dem Ornithocepha­lus longirostris, als dem brevirostris glich, oder ob es eine eigene Spe- cies ausmachte, läfst sich bc}^ dem gänzlichen Mangel der dazu er­forderlichen Stücke nicht errathen.

Umso dringender mufs ich deshalb meine schon vor sieben Jah­ren öffentlich gethane Bitte an alle Besitzer ähnlicher Schätze wieder­holen, doch nicht zu säumen, Nachrichten, Beschreibungen oder Ab­bildungen davon der Welt mitzutheilen, damit für die Erdkunde, ins­besondere für die Geschichte der Vorwelt wichtige und lehrreiche Stücke nicht wieder verloren gehen, ohne eine Spur ihres jetzigen Daseyns zurück zu lassen.

Seuck^nt).

1; ffiOO i f Hl;tut.