11

Bey den Fledermäusen ist gewöhnlich nicht der Oberarm-, sondern der Vorderarmknochen der bey weitem längste und stärkste unter allen übrigen des Gerippes.

Die Vorderarmknochen oder Ellenbogen (nach Dau­benton mehr dem radius als der ulna ähnlich) haben die Länge von Linie. Der rechte Vorderarmknochen liegt zwischen dem Oberarme und den Fingern. Der linke Vorderarmknochen da­gegen ist sowohl von seinem Oberarme als dem ersten Gliede des langen Fingers getrennt, verschoben, und scheint, wie bejm Ornitho- cephalus antiquus, gegen die Finger hin gleichsam in zwey bis drey lange, dünne, schmale Knochen gespalten, von welcher Beschaffen­heit ich jedoch am rechten Vorderarmknochen nichts ähnliches wahrnehme. Von einer Speiche (radius) finde ich eben so wenig an diesem fossilen Gerippe als denen von Pteropis eine Spur.

Ueber die, wahrscheinlich ihrer annoch knorpeligen Beschaf­fenheit wegen, gröfstentheils zerstörten Handwurzelknochen läfst sich eben so wenig als selbst an dem doch weit gröfsern Or- nithocephalus etwas sicheres aus den undeutlichen kleinen Kesten bestimmen.

Die oberen oder vorderen Gliedmafsen hatten, ge­rade wie beym Ornithocephalus antiquus, ganz offenbar nur vier Finger, von denen der letzte oder vierte allein zu einer starken ge­gliederten Fiugstarige verlängert erscheint.

Der Daumen oder der erste Finger ist der kürzeste, besteht aus zwey Gliedern, nämlich einem Handgliede und einem Nagelgliede. Dehn von einem bey Fledermäusen befindlichen Mit­telhandknochen läfst sich nichts entdecken.

Der zweyte Finger ist fast noch einmal so lang als der erste, mit ihm von gleicher Dicke und besteht aus drey Gliedern. Das Ilandglied ist das längste, das Mittelglied auch an Länge das mittlere, das JXagelglied das kürzeste.

2

Der