2

Allein aufser einer Zeichnung von drey Finger- oder Flü­gel-Knochen, welche mir Hr. Ober-Medicinal-Rath Blumenbach gefälligst aus seinem Reisejournale mittheilte, und den Resten zweyer Flügelknochen, # welche ich hier auf einer Schiefer-Platte vorlege, und welche Bruchstücke, wie es scheint, ähnlichen Thiercn ange­hörten, konnte ich bis jetzt aller mündlichen und schriftlichen Er­kundigungen ungeachtet, weiter auf keine Spur eines analogen Thie- res gerathen.

Jener drey Flügelknochen habe ich bereits im 28sten §. meiner Abhandlung *) gedacht. Sie befanden sich im ehemaligen Ha­gen sehen Naturalien - Cabinet zu Nürnberg, wo sie Blumenbach abzeichnete. Nach manchen vergeblichen Nachforschungen, wohin dieses Petrefact bey der Veräufserung jenes Cabinets gerathen seyn möchte, brachte ich endlich in Erfahrung, dafs solches in die Samm­lung Hrn. Gachets zu Sulz bey Strasburg, aus dieser vor 26 Jahren in des Fürst-Bischofs von Constanz Naturalien-Sammlung zu Mörsburg und von da endlich in das G.H. Naturalien - Cabinet zu Carlsruhe gekommen sey. Die Beschreibung und Abbildung dieses mir von H. G.H. Gmelin anvertrauten Stückes folgt weiter ünten in diesem Bande.

Die Steinplatte, welche ich hier vorlcge, erhielt ich als Ge­genstück vom Hrn. Doctor Spix, welcher die darauf befindlichen Knochenreste in seiner im Yten Bande, der Denkschriften befindli­chen Abhandlung einem Vampyr zuschrieb.

Bey der Unzulänglichkeit dieser Bruchstücke zur Bestimmung, ob solche wirklich einem Vampyr oder nicht vielmehr einem Orni- thocephalus angehörten, genügt es mir vor der Hand an diesen

bey-

') Denkschriften der königl, hat er. Akademie der \TIss. für 1811 und 1812. §. 28,