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dennoch bemerken, dafs eine Menge Fädchen fehlen, die man nur dann leicht entdecken und entwickeln kann? wenn man das Augenlied von inwendig her, nicht wie hier von auswendig, mit dem Messer untersucht. 1
Die feinen, sehr flach in der Haut der Augenlieder befindlichen Fäden, die vom Antlitznerven stammen, konnten hier nicht füglich geschont werden.
Sämmtliche Nerven fädchen, die man hier erblickt, sind mit besonderem Fleifse in natürlicher Gröfse, folglich weder vergröfsert noch verkleinert dargestellt.
Daher erkennt man auch selbst an diesen Nerven auffallend die Wahrheit des von mir entdeckten im n5. §, der Nervenlehre ausgeführten allgemeinen Satzes: Dafs die Nervenfäden nicht cylindrisch, sondern vom Hirne her, auf die Art conisch sind, dafs ihr Central - oder Hirnende die Spitze des Kegels, das peripherische'Ende die Basis des Kegels ausmacht . Die gewöhnliche , aber irrige Lehre ist, die Nervenfäden seyen cylindrisch.
Auch habe ich die gröfste Behutsamkeit angewendet, diese Nerven so darzulegen, dafs sie nicht im mindesten aus ihrer Lage geriethen, oder gar durch Anziehen sich widernatürlich verlängerten. Man erkennt also auch hier, dafs gemeiniglich die Stämmchen der Muskelnerven gegen die Muskelfasern, zu denen sie gehören, queer liegen. Bey Erklärung der Wirkung der Nerven auf die Muskeln, das ist, bey Erklärung der Spannkraft der Nerven kann folglich an ein Ziehen um so y weniger gedacht werden, als die Nervenstämmchen der Richtung der Muskelfasern ganz entgegengesetzt liegen.
a . Stirnnerve des ersten Astes vom fünften Paare der Hirnnerven, der entweder durch einen Ausschnitt oder durch ein Loch des oberen Randes der Augenhöhle ins Gesicht sich begiebt.
h . Innerer Ast dieses Stirnnerven, der sich in die Haut der Stirnglatze verbreitet.
c . Mittlerer Ast dieses Stirnnerven, der sich in den Stirnmuskel und die ihn
bedeckende Haut verbreitet.
d. Aeufserer und stärkster Ast dieses Stirnnerven, der sich in den Stirnmuskel
und weit und breit in der Haut der Stirne verbreitet.
e. f Augenbraunaeste des Stirnnerven, welche sich
g. g. theils in den Stirnmuskel,
g. e. theils in die Haut der Augenbraune,
h. h . theils in das obere Augenlied verbreiten,
i. i . und zuletzt mit Fäden des Antlitznerven vereinigen.
£. k. Obere Augenliednerven .
I . l . Yerbindungszweige, oder Zweige, die unter einander Schlingen bilden.