clurch einen Druck zu lebhafterer Wirkung aufgereizt werden, mufs man hoffen, dafs auch hiel die Saugadern durch den Druck zu lebhafterer Thätigkeit g^jb^acht, den widernatürlichen Stoff-r-d.er .die Verengung bewirkt^ -Wiede Pwegschaffen werden.
In jedem Falle scheint es mir besser, aber freylich mühsamer, nur durch einen langsamen, wenig merklichen Druck, als durch Erregung einer lebhaften Entzündung und Eiterung des Stellchens, die Wegschaffung der Verengung zu bewirken. Denn, was ist die Folge davon? Ein Ge- schwürchen und eine Narbe, das heifst, eine Verengung/nur von einer andern Art, nicht durch Erhöhung, sondern durch Vertiefung.
Sogenannte besänftigende, zertheilende, auflösende, trocknende, kurz medicamentose oder eigene Heilkräfte haben sollende Kerzen, kann wohl Niemand anwenden, der von der wahren Natur dieser Verengungen eiuen deutlichen, anschaulichen Begriff besizt. Denn gesezt, eine Kerze hätte wirklich solche Kräfte, so würde ja nur ein sehr kleines Theilchen derselben wirksam seyn dürfen, dasjenige nämlich, welches gerade die verengte Stelle berührt, ihre ganze übrige Oberfläche dagegen auch der ganzen übrigen gesunden Harnröhre nur schaden Ä ).
a ) Girtanner lobt am angeführten Orte S. 161. von dem Wundarzte Daran, dafs er das grofse Verdienst habe, zuerst den Nutzen derBousjien gezeigt zu haben. Allein er mufs vergessen haben, dafs Dar an ’s Werk; Recueil d’observations, zu Avignon 1745 zuerst herauskam , und dafs Lactjna beynahe hundert Jahre vor ihm in seinem i 55 i zu Rom erschienenen Methodus cognoscendi exstirpan- dicjue excrescentes in vesicae collo carunculas, dieses schon gezeigt hatte. Ja, dafs er (Girtanner) selbst im Ilten Bande seiner Abhandlung über die venerische Krankheit, S. 129, schrieb: Lacuna empfiehlt, um die Verengungen in der Harnröhre zu heilen, Bougien , und dafs er sogar liinzusezte: Die Curmethode durch Bougien ist dem zufolge so alt als die Krankheit selbst; und dafs er daher ebendaselbst S. 534 - Herrn Daran nur den Verbesserer der Bougien nannte. Ja, in HaiLer’s Bibliotli. cliir. T. I. p. 193. finde ich einen Anonymus vo^ Lacuna angeführt, von dem Haller schreibt: Virgulas plumbeas primus adversus urelhrae carunculas adhibuit. — Merkwürdig ist es also, dafs, wie man bey der Heilung der venerischen Krankheit immer wieder auf das erste und älteste Mittel, das Quecksilber, zurückkam, man auch immer gegen einen Zufall derselben, die Verengungen der Harnröhre nämlich, auf das älteste -r- und gewifs natürlichste — Mittel, die Kerzen, zurückkehrte, und, so wie man die Anwendung des Quecksilbers in neueren Zeiten vereinfachte, -man auch die Anwendung der Kerzen vereinfachte.