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§. 1 CO.

Die Erkenntnifs der Verengung der Harnrohre fällt einem ge­übten Arzte in den meisten Fällen gar nicht schwer. Die Patienten fühlen

be*

jtast jedesmaligem Wasserlassen ganz genau an der Stelle, welche

den Ilarn hemmt, einen Schmerz oder ein Hindernifs, welches sie, wie sie sich äusdriidfcen, wegkratzen möchten. Auch bestimmen die Patien­ten gemeiniglich, selbst noch nach dem Wasserlassen, durch ein Nachge- fülil genaii die Stelle der Hemmung. Bringt man einen Catheter oder eine Kerze kunstmäfsig ein, so findet man theils durchs Nachmessen an diesem Instrument, theils durch den Schmerz, den der Patient empfindet, sobald inan diesl Steile erreicht, den wahren eigentlichen Ort der Verengung.

Nicht' leicht ist die Stelle der Verengung so genau oder haarscharf auhzumitteln, wbhn die Verengung selbst mehr ausgebreitet als vorsprin- gend, Hi ehr Iah glich als hoch ist a ), oder wenn die verengte Stelle nicht Sehr empfindlich ist, und der Catheter überdies fast ohne Schwierigkeit durch die Verengung hindurch gleitet.

Aüs allem diesen 5 ist wöhl klar genug, dafs sich eine Verengung in der Harnröhre sehr bestimmt sowohl von jeder andern Krankheit, als be­sonders von Steinbeschwerden unterscheidet.

L .. . . § 121.

Dafs in unsere Zeiten w e hl die gemeinste Ursache der Verengungen der Harnröhre in einer entfernten Wirkung des venerischen Giftes zu su­chen* 5 ey , läfst sich nicht läugnen. Bey weitem die meisten Männer von hohem Alter, welche über solche Verengungen klagen, hatten in früheren, j\i wohl auch noch in späteren Jahren an langwierigen Trippern gelitten. Daher diese Verengungen auch vorzüglich in alten Wollüstlingen, in gros­sen Städten und warmen Klimaten Vorkommen. Hünters Mevnung,

a) Z. E. wenn man bey Baillie Fase. 8. Fl. 4. flg. 2. die vordere, hohe, kurz« Verengung I 1 mit der hinteren, flachen, längeren Vereng'ung G vergleicht.