grofsen Vorsprung in die Harnblase hinein bildet, und klappenartig auf die ohnedies schon engste Stelle der Harnröhre wirkt, dem Harne den Weg versperrt, so verursacht sie Harnverhaltung mit allen ihren im 34. §. geschilderten Zufällen. Entzündet sich vollends unter solchen Umständen die scirrhose Prostata, so kommen noch die Entzündungszu- fälle der Blase hinzu 8. §., und machen bald dem Leben des Kranken ein Ende
§. 104.
Ueberhaupt erkennt man diese scirrhose Anschwellung noch leich£ an den nämlichen Zeichen, welche ihre Anschwellung bey der Entzündung 96. §. verrathen, weil sich hier gemeiniglich die Prostata noch gröfser und härter anfühlt; doch unterscheidet sie sich von dieser entzündlichen Anschwellung dadurch, dafs sie beyrn Anfühlen nicht schmerzt, dafs der Kranke fieberfrey ist, von keinem unnöthigen Triebe zum Harnen geplagt wird, und er die Beschwerlichkeit beym Harnen schon seit langer Zeit, und langsam zunehmend empfand. Daher wird sie gemeiniglich auch erst im hohen Alter recht auffallend.
§. io5.
Von Steinb e schwerden unterscheidet sich die scirrhose Prostata 3) durch ihre unveränderte Lage und Gestalt in jeder Lage und Stellung des Körpers. Es giebt gewöhnlich doch eine Lage des Körpers, in welcher der Stein seine Lage ändert. 2) Durch die Unwandelbarkeit dieser Lage und Gröfse der Geschwulst während ganzer Monate, ja Jahre. 3) Duich die immer gleiche Beschaffenheit der Geschwulst beym Untersuchen durch den Mastdarm, die Harnblase mag gefüllt oder leer seyn, welches beym Stein fast nie der Fall zu seyn pflegt. 4) Durch die Abwesenheit des beym Stein gewöhnlichen Kitzels in der Harnröhre und Eichel. 5) Verhält sich ein Stein nicht so leicht, und so lange ruhig, ohne in früheren
a ) Die acht Jahre langen Leiden eines solchen Kranken, nebst der Leichenöffnung findet mau unter andern geschildert in Medical observations and In<juiries. Yol. Y, nr. 6,