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§• 9=-
Die Ursachen des Blutharnens bey Männern in hohem Alter, von jgrofser Lebensconsumtion, sind: (abgesehen von Harnsteinen und zufälligen äufseren Gewaltthätigkeiten a ) r z. B. Sturz vom Pferde, Fall auf den Hintern, Anfressen eines Spulwurms,) Anlage zu Hämorrhoidalbeschwer- ' 1 ~n, welche, so wie sie eine Schwächling des Mastdarms verursachen,
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auch leicht die ihm benachbarte Harnblase schwächen, — folglich auch
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^ eine solche ausgebliebene periodische Blutung h ) — öftere Tripper —- ^ Erschütterung der Blase durch einen starken Bitt oder durch’s Fahren in einem stofsenden Wagen auf holperichten Wegen, Heben einerschwe
ren Last, Erhitzung durch Wein, oder sonst ein Bausch, Doch bemerkt Herr von Qua rin c ), dafs, ungeachtet man zu Wien dermalen weniger Wein trinke, dennoch Hämorrhoiden öfterer als sonst vorkämen. —<
Fernere Ursachen des Blutharnens sind: Selbstbefleckung und übertriebener Beyschlaf, welche eine sogenannte Congestion des Bluts nach der Harnblase bewirken. — Ferner ein drastisches Abführungsmittel, beson
ders Aloe. Ehedem glaubte man , dafs auch der Genufs von Spargel, Zwiebeln und Knoblauch Blutharnen bewirke.
Zuverläfsiger kommt dagegen Blutharnen von innerlich genommenen Canthariden d ), ja sogar von Blasenpflastern *), wenn sie grofs si nd, wiederholt, und besonders» wenn sie auf den Nacken gelegt werden. Lezteres ist sehr leicht zu erklären. Das von Blasenpflastern im Nacken e ) eingesogene Canlharidengift nämlich gelangt hierdurch auf dem allerkürzesten Wege in den ductus thoracicus dexter und sinister, da es hingegen
Bücking in den Abliandl, der K. K. Josephs-Akademie. 2. Band. n. 9.
5) Beyspiele führt Krzovtitz S. 346. an.
c) Animadversiones in diversos morbos. p. 25 g,
d) Bey Ploucquet im IV. und I. Supplementbande seiner Bibi, med. pract, findet
man Fälle davon angemerkt, fr -V'-'/ *< /?' .
*) S. T 11 , SoEMMERRiji o de morbis vasorum absorbentium, Francof. ad M. 179 ^. §• 3<j. pag. 64.
e) Centnriae «piatuor Hist, et Obs. Med pliys, Castris. x 653 .